Flüchtlingsstrom in Nickelsdorf reißt nicht ab

Livebericht

Ostautobahn in Fahrtrichtung Wien weiterhin gesperrt – Ungarn: Orbán will Flüchtlinge bei Grenzübertritt "sofort verhaften"

Die Regierung hat bei ihrer Klausur zum Thema Flüchtlinge beschlossen, für deren Integration 75 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Das Geld soll hauptsächlich in die Unterstützung von Schulen und in die Ausbildung fließen.

Unterdessen gab der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán am Freitag bekannt, dass jeder, der illegal die Grenze übertritt, "sofort verhaftet" werden soll, wenn Ungarn in der kommenden Woche den Krisenfall ausrufen sollte. "Wir werden sie nicht mehr höflich begleiten wie bisher."

Ein von einer Gruppe österreichischer Helfer im südungarischen Röszke aufgenommenes Video sorgt indessen international für Aufsehen. Die Bilder zeigen die Essensausgabe in einem Flüchtlingszentrum. Dabei werden Sackerln mit Semmeln in die Menge geworfen – Flüchtlinge drängen sich, springen und strecken die Arme in die Luft, um das Essen zu erwischen.

Zum Flüchtlingsdrama auf der Ostautobahn (A4) liegen die Gutachten der Gerichtsmedizin in Wien und des Sachverständigen für Kfz-Technik vor. Der Tod der 71 in einem Kühl-Lkw transportierten Flüchtlinge müsse demnach "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits auf ungarischem Staatsgebiet eingetreten" sein. Nach den Ergebnissen der gerichtsmedizinischen Untersuchungen sei der Tod auf einen länger andauernden Sauerstoffmangel zurückzuführen.

Der Grenzübergang Nickelsdorf auf der Ostautobahn wurde Freitagfrüh aus Sicherheitsgründen für den Verkehr gesperrt. Die Sperre galt ab sieben Uhr, gegen neun Uhr wurde der Grenzübergang in Fahrtrichtung Ungarn wieder geöffnet. Nach Österreich blieb die Sperre vorerst aufrecht. Weiterhin wurde gebeten, auf Personen auf der Fahrbahn zu achten, es galt eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h.

3.670 Flüchtlinge trafen am Freitag laut Landespolizeidirektion Burgenland zwischen Mitternacht und sechs Uhr früh in Nickelsdorf ein. Am Donnerstag waren es insgesamt rund 8.000 Menschen. (APA, red, 11.9.2015)