Tetron-Prozess: Ex-Motorola-Manager erschien nicht

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Hans-Joachim Wirth sollte über die Vergabe des Blaulichtfunks sprechen


Wien – Am Freitag ist im Untreueprozess gegen den ehemaligen Telekom-Vorstand Rudolf Fischer und den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly der frühere Motorola-Österreich-Chef Hans-Joachim Wirth trotz Zeugenladung nicht erschienen. Er hätte via Videotelefonie aus Berlin zugeschaltet werden sollen. Im Berliner Gericht war aber nur ein Gerichtsmitarbeiter anwesend, weder Wirth noch sein Verteidiger waren für Richter Michael Tolstiuk erreichbar.

Da Wirth deutscher Staatsbürger ist, standen dem Ausschuss keine Beuge- oder Zwangsmöglichkeiten zu Verfügung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wirth wegen Beitragstäterschaft zur Untreue. Schon den parlamentarischen U-Ausschuss zu Korruptionsaffären im Jahr 2012 hatte Wirth boykottiert. Statt Wirth wurde am Freitag Fischer noch einmal befragt.

Im Prozess geht es um 1,1 Millionen Euro, die Mensdorff-Pouilly von der Telekom gezahlt wurden. Die Staatsanwaltschaft hat dafür keine Gegenleistungen gefunden und Fischer deshalb wegen Untreue angeklagt. Mensdorff-Pouilly muss sich wegen Beitragstäterschaft zur Untreue verantworten. Beide Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück. Sie sagen, dass Mensdorff-Pouilly das Geld für Lobbying bei Motorola in Zusammenhang mit der Ausschreibung des Blaulichtfunks sowie für Beratungen zu Osteuropa-Geschäften bekommen hat. Am Donnerstag hat der ehemalige Europa-Vertriebschef von Motorola diese Argumentation ins Wanken gebracht.

Vorsitzender Tolstiuk hat den Prozess auf 9. November vertagt. Dann sollen weitere Zeugen befragt werden, auch Wirth wird noch einmal geladen. (red, 11.9.2015)