Ederer im Hypo-Ausschuss: Bayern waren falscher Partner

Liveticker

Nach Ex-Kontrollor Schalle fühlt sich die "graue Eminenz" Othmar Ederer im Hypo-Ausschuss von Kulterer falsch informiert


Der ehemalige Hypo-Aufsichtsrat (2005-2007) und Ex-Billa-Chef Veit Schalle hat in seiner Zeit als Hypo-Aufseher trotz niedriger Eigenkapitalausstattung bei der Kärntner Bank keine Alarmzeichen geortet. "Wir haben immer zu wenig gehabt", sagte er am Donnerstagvormittag vor dem U-Ausschuss.

Politische Interventionen hat Schalle in seiner Zeit als Hypo-Aufsichtsrat nicht wahrgenommen. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) sei hingegen politisch vorgegangen. Der damalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider hatte bei Hypo-Angelegenheiten die Zügel fest in der Hand. "Die Landesholding machte das, was der Landeshauptmann sagt." Schalle plädierte damals für einen Verkauf der Bank: "Ein Bundeslandland braucht keine Bank, das ist nicht ihr Geschäft", sagte er heute im U-Ausschuss.

Graue Eminenz am Nachmittag

Der ehemalige Hypo-Langzeit-Aufsichtsrat (1992-2009) und GraWe-Chef Othmar Ederer hat sich in der Causa um Swap-Millionverluste vom damaligen Hypo-Chef Wolfgang Kulterer falsch informiert gefühlt. Kulterer habe den damaligen Aufsichtsratschef Karlheinz Moser und ihn am 19. Mai 2005 "unvollständig informiert".

Der Swapverlust in Höhe von 328 Mio. Euro entstand bereits im Herbst 2004, wurde aber von Kulterer zunächst geheim gehalten. Im Mai 2005 informierte er nur das Hypo-Aufsichtsratspräsidium (Moser, Ederer), nicht aber den gesamten Hypo-Aufsichtsrat. Kulterer habe mitgeteilt, dass positiven Swap-Marktwerten, negative Swaps im Wert von 328 Mio. Euro gegenüberstehen, erinnerte sich Ederer an das Gespräch am 19. Mai 2006. Gegenüber Kulterer habe er damals sein Unverständnis über die späte Bekanntgabe des Verlusts geäußert, sagte Ederer am Donnerstag vor dem U-Ausschuss. Die GraWe hielt zu diesem Zeitpunkt rund 45 Prozent an der Hypo Alpe Adria Bank. (APA/red, 10.9.2015)