Hypo-U-Ausschuss: Auf der Suche nach der Leistung

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Ex-Hypo-Consultants-Manager Süss kann sich an vieles nicht erinnern, Ex-Hypo-Manager Kurt Makulan wollte keine Kredite an Günstlinge vergeben


Unter recht geringem medialen Interesse und wenig aufgeregt ist der Hypo-Untersuchungsausschuss am Dienstag in eine lange Woche gestartet. Insgesamt sechs Auskunftspersonen werden in den kommenden drei Tagen befragt. Heute sind die früheren Hypo-Consultants-Vorstände Gerhard Süss und Kurt Makula, der auch Langzeit-Vorstand der Hypo Österreich war, dran. Ex-Hypo-Consultants-Chef Süss kann sich an viel nicht erinnern, widerspricht aber auch Günther Striedinger, was das Team Stronach zum Anlass nimmt, gegen diesen eine Anzeige wegen Falschaussage in die Wege zu leiten.

"Wo ist das Geld der Steuerzahler hingeflossen?", das will Rainer Hable von den NEOS herausfinden. Anhand eines kameratauglichen Flipcharts erklärte er, die Hypo habe Kredite für Hotelprojekte vergeben und das Geld sei weitergeflossen an andere Gesellschaften, an denen der ehemalige Hypo-Vorstand Günter Striedinger und Süss beteiligt gewesen seien. Die entscheidende Frage "Wo war die Leistung", kann Süss aber nur in Ansätzen erklären.

Am späten Nachmittag ließ die Auskunftsperson Kurt Makula, Ex-Manager der Hypo Consultants, im Hypo-U-Ausschuss kurz aufhorchen. Als ihm der Grüne Werner Kogler einen Bericht vorlegte, wonach Makula als "Problem" weil "unkorrumpierbar" eingestuft wurde, wollte er sich zunächst dazu nicht äußern.

Erst nach sichtlichem Zögern und mehrmaliger Nachfrage kommentiert der Zeuge: "Kriminelle vor Ort wollten mich entfernen lassen", meint der Ex-Hypo-Manager ruhig. Er habe nämlich keine Kredite an Günstlinge vergeben wollen. (APA, 8.9.2015)