Flüchtlinge marschieren auf Ungarns Autobahn nach Österreich

Livebericht

Behörden haben bei Marsch aus Budapest noch nicht eingegriffen – Vier Österreicher wegen Vorwurfs der Fluchthilfe kurzfristig festgehalten

Das Chaos um die Flüchtlinge in Ungarn setzt sich fort. Nachdem sie seit Tagen von Bahn und Polizei an der Weiterreise gehindert worden waren, haben sich heute tausende Flüchtlinge in Budapest zu Fuß auf den Weg in Richtung Österreich gemacht.

Vier Aktivisten aus Wien, die in Budapest wegen des Verdachts der Schlepperei angehalten wurden, sollen noch heute zurück nach Österreich kommen, sagte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) am frühen Nachmittag. Sie hatten Flüchtlinge mit dem Auto über die Grenze nach Österreich bringen wollen.

Am Bahnhof in Bicske verharrten tagsüber hunderte Flüchtlinge in einem Zug, der am Donnerstag auf dem Weg nach Westen gestoppt worden war, um die Menschen in ein Asyllager zu bringen und sie dort zu registrieren. Am späten Nachmittag gelang 300 Menschen, vom Bahnhofsgelände zu fliehen. Journalisten und freiwilligen Helfern wird nach wie vor der Zugang verwehrt. Zuvor konnten schon mehrere Hundert Menschen aus dem südungarischen Anhaltelager Röszke ausbrechen. Die meisten von ihnen wurden später wieder aufgegriffen.

Heute reisen zudem Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans und der für Migrationsfragen zuständige EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos auf die griechische Insel Kos. In Luxemburg beraten sich die EU-Außenminister, um über die dramatische Situation der Flüchtlinge zu beraten. Schwerpunkt der zweitägigen Gespräche soll die Situation in den Herkunfts- und Transitstaaten sein. Deutschland und Frankreich starteten kurz vor dem Treffen eine gemeinsame Initiative für verbindliche Aufnahmequoten in der EU. (red, 4.9.2015)

derStandard.at berichtet in diesem Livebericht über die Ereignisse.