Polizei räumt Zug in der Nähe von Aufnahmelager

Livebericht

Tausende Menschen warten in Budapest auf die Weiterreise – Orbán: Krise ist "deutsches Problem"

Budapest – Die ungarische Polizei hat Donnerstagfrüh den Bahnhof Keleti (Ostbahnhof) in Budapest freigegeben. Dort hatten am Mittwoch rund 3.000 Flüchtlinge ausgeharrt, um über Österreich nach Deutschland zu gelangen, wie es andere Anfang der Woche kurzfristig schon konnten. Ein Zug ist bereits in Richtung Sopron losgefahren, er sollte über Wien nach München weiterfahren. Derzeit herrscht allerdings Rätselraten über das Vorgehen der ungarischen Polizei, die den Zug in der Nähe des Asylzentrums Bicske stoppte und die Flüchtlinge aus den Waggons holte. Dennoch befindet sich noch ein Teil der Menschen in dem Zug. Sie weigern sich auszusteigen. Die Polizei hat den Zug umstellt und will die Flüchtlinge zum Aussteigen bewegen.

Der ungarische Premier Viktor Orbán sagte indes bei einer Pressekonferenz in Brüssel, die derzeitige Situation sei kein europäisches Problem, verantwortlich dafür sei Deutschland. Kein Flüchtling werde Ungarn verlassen, ohne registriert worden zu sein, so Orbán. Donald Tusk, der Präsident des Europäischen Rats, forderte indessen die Aufteilung von mindestens 100.000 Flüchtlingen nach einer fairen Quote auf alle EU-Staaten. (APA, red, 3.9.2015)

derStandard.at berichtet in diesem Livebericht über die Ereignisse.