Hypo-U-Ausschuss live: Prüfer über Sternstunden und Testat-Rückzug

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Confida-Prüfer Ernst Malleg bezweifelt, dass das Hypo-Testat zurückgezogen werden musste, Deloitte-Prüfer Bernhard Vanas sieht das anders


Wien – Wirtschaftsprüfer Ernst Malleg von der Confida hat heute bei seiner Befragung durch die Abgeordneten im parlamentarischen Hypo-U-Ausschuss erklärt, er habe bei der Prüfung der Hypo Alpe Adria Bank keine Mängel feststellen können.

Seine Tätigkeit sei als Konzernprüfer eine "rein formale" gewesen, er habe die Inhalte der schon geprüften Bilanzen der Einzelgesellschaften lediglich zusammengefasst, nicht mehr geprüft. Malleg behauptet, dass der Widerruf des Hypo-Bestätigungsvermerks (Testats) für 2004 nicht notwendig gewesen sei, ein "schonenderes" Vorgehen wäre möglich gewesen.

Die Befragung Mallegs hat sich im Verlauf immer stärker hochgeschaukelt. Es wurde vorübergehend richtig laut – vor allem aber kam es zu einer regelrechten Kontroverse samt kurzer Sitzungsunterbrechung, da Rainer Hable von den Neos Malleg der "Falschaussage" im Ausschuss bezichtigte.

Hable legte eine Unterlage vor, wonach Malleg sehr wohl über eine inzwischen pleitegegangene Kärntner Großbäckerei (Legat, Anm.) hinaus in geschäftlicher Beziehung mit dem früheren Hypo-Consultants-Vorstand Gerhard Süss gewesen war, was Malleg zuvor ausgeschlossen hatte. Malleg rechtfertigte sich damit, sich nur auf den aktuellen Status, nicht auf die Vergangenheit bezogen zu haben.

Vanas hat nicht selbst geprüft

Nun ist Steuerberater Bernhard Vanas am Wort. Vanas betont, die Hypo nie selbst geprüft zu haben. Er sei als Managing-Partner beigezogen worden, nachdem 2006 die Swapverluste aus 2004 bekannt wurden. Dann habe er den Auftrag erteilt, dies binnen drei Tagen zu verifizieren. Das geschah auch, also wurde das Testat zurückgezogen.

Der Rückzug des Bestätigungsvermerks sei "der einzige Weg" gewesen, sagte Vanas im Gegensatz zu Malleg. Der Verdacht auf Kick-Back-Zahlungen an Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer im Zusammenhang mit dem Hypo-Projekt Puris (Hühnerfarm) in Kroatien ist auch bei der Befragung Vanas Thema. Dieser beteuerte, der Verdacht auf Kick-Back-Zahlungen sei bei näherer Prüfung durch Deloitte-Mitarbeiter ausgeräumt worden.

Er selber habe das nicht geprüft, sondern verlasse sich auf die Angaben seiner Mitarbeiter. (red, 3.9.2015)