Sommergespräche: Neos-Chef Strolz: "Wir sind lauter geworden"

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Strolz will mit Werbeslogans ins Gespräch kommen – Befürwortet Zusammenführung von Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und Mindestsicherung


Wien – Neos-Chef Matthias Strolz hat Montagabend im ORF-Sommergespräch mit Moderator Hans Bürger den akzentuierteren Kurs seiner Partei im Wien-Wahlkampf verteidigt und bestätigt, dass man lauter werden wolle. Als junge Parlamentspartei sei man viel zu lang als fleißigste Fraktion mit Tagesordnungen und ähnlichem beschäftigt gewesen: "Jetzt müssen wir stärker in die Außenkommunikation kommen."

Als kleine Partei müsse man mit Slogans arbeiten, die "kurz und keck" seien, meinte der Neos-Chef etwa zum Spruch "G'scheite Kinder statt g'stopfte Politiker". Nur so komme man ins Gespräch und könne die dahinterliegenden Botschaften "ausschildern", glaubt Strolz.

Betriebsrat bei den Neos

Nicht richtig sei, dass Strolz gegen die Gründung eines Betriebsrats gewesen sei und deshalb eine parlamentarische Mitarbeiterin die Neos verlassen habe müssen. Dafür wären andere Gründe ausschlaggebend gewesen, denn er halte Betriebsräte für wichtige Institutionen. So stehe bei den Neos morgen auch schon die Wahl eines Betriebsrats an.

Zusammenführung von Sozialleistungen

Einer Absenkung des Arbeitslosengelds auf Hartz IV-Niveau, die zuletzt durch eine Äußerung von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) in Diskussion geraten war, wollte Strolz nicht das Wort reden. Sein Modell eines Bürgergelds sieht eine Zusammenführung von Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und Mindestsicherung etwa in der Höhe von letzterer Leistung vor.

Was die Flüchtlingskrise angeht, forderte Strolz die Einsetzung eines Regierungskommissärs für ein besseres Projektmanagement: "Weil die Regierung ist dazu offenbar nicht imstande." Zudem sollte die Grundversorgung der Flüchtlinge wieder von den Ländern zum Bund wandern. (APA, 27.4.2015)