Blick auf Swap-Verluste in Millionenhöhe

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Heute, Dienstag, ist Wirtschaftsprüfertag, Alon Shklarek, Gutachter der Consultants Group, verteidigt sein "branchenübliches" Salär


Wien – In Wien gibt es im Parlament diese Woche vor der Sommerpause drei geballte Tage Hypo-Untersuchungsausschuss. Heute, Dienstag, ist Wirtschaftsprüfertag. Am Nachmittag wurde Alon Shklarek, Gutachter der Consultants Group, befragt.

Shklarek hat mit der ASP Consulting GmbH den Verkauf der Hypo-Consultants 2006/07 begleitet. Im U-Ausschuss sagte er, dass ein Team von zwölf Leuten die 100 Hypo-Consultants-Beteiligungen genauestens und auch an Ort und Stelle geprüft habe. Es habe einige wertvolle, gute Beteiligungen gegeben, andere hätten gegenteilig ausgeschaut – "in Summe durchschnittlich".

Die verschleierten Hypo-Swap-Verluste von rund 330 Mio. Euro sind im Februar und März 2006 zufällig entdeckt worden. Confida-Wirtschaftsprüfer Alexander Greyer schilderte im Anschluss an Shklarek. wie man dem Verlust damals auf die Schliche kam. Im Jahr 2004 und 2005 prüften die Wirtschaftsprüfer Deloitte und Confida gemeinsam den Jahresabschluss der Hypo Alpe Adria Bank.

Im Jahr 2005 prüfte Greyer als Confida-Mitarbeiter das Teilgebiet Nettozinsertrag. Bei einer Plausibilitätsprüfung sei im Februar 2006 der Nettozinsertrag "entgegen den Erwartungen zurückgeblieben und war aufgrund der Bilanzposten geringer als erwartet", berichtete Greyer. Man habe dann beim Hypo-Rechnungswesen um Erläuterungen gebeten. "Diese Fragen wurden uns ausweichend oder gar nicht beantwortet", so der Wirtschaftsprüfer. Es sei entschieden worden, weiter zu forschen und man habe sich bei der Buchhaltung eine Saldenliste geben lassen. Auf Geyer folgte am Abend Walter Groier als Zeuge.

Die Hypo-Consultants sollen laut früheren Auskünften im Hypo-U-Ausschuss die "Spielwiese" des früheren Vorstands Günter Striedinger gewesen sein, der am Donnerstag vorgeladen ist. Abgeordnete kritisierten bisher des Öfteren, dass es beim Verkauf der Consultants so abgelaufen sei, dass gute Elemente losgeschlagen worden seien, während die verlustträchtigen geblieben seien – und somit die Steuerzahler belasten würden. (red, 14.7.2015)