Hypo-U-Ausschuss: "Haider wollte System Kulterer erhalten"

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Neben dem ehemaligen FMA-Vorstand Traumüller wurde am Donnerstag der jetzige OeNB-Direktor Kurt Pribil befragt, auch ein Beamter des Finanzministeriums war geladen


Am Donnerstag wurden im Hypo-Untersuchungsausschuss drei Zeugen befragt. Gleich um 9 Uhr war der frühere FMA-Vorstand Heinrich Traumüller dran, danach war Kurt Pribil (ebenfalls früherer FMA-Vorstand und nunmehr OeNB-Direktor) am Wort. Am frühen Abend trat schließlich Philipp Abbrederis aus dem Kabinett von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) vor den Ausschuss.

Traumüller betonte in der einführenden Befragung durch Verfahrensrichter Walter Pilgermair, dass "ganze Generationen von Hypo-Vorständen" nicht mit der FMA kooperiert hätten. Traumüller hat außerdem über ein Gespräch mit dem damaligen ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel vor allem zur Hypo Alpe Adria im Juli 2006 gesprochen. Damals lief bereits das vom Finanzministerium, Minister war damals Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP), eingeleitete "Geschäftsleiter-Qualifikationsverfahren".

Gemeinsam mit dem zweiten damaligen FMA-Vorstand und dem zweiten Zeugen im Ausschuss, Kurt Pribil habe er, Traumüller, Schüssel erklärt, dass die Kärntner "Hypo wie ein Sportflugzeug im Nebel unterwegs" sei. FPÖ, Grüne und NEOS den früheren Bundeskanzler nun als Auskunftsperson vor den Hypo-Untersuchungsausschuss bringen. Pribil bestätigte in seiner Aussage den enormen Druck, den von der Politik auf die Finanzmarktaufsicht ausgeübt wurde.

Philipp Abbrederis vom Finanzministerium konnte dem Ausschuss danach kaum weiterhelfen, selbst habe er nicht geschwärzt, sagte er. Er war vor allem geladen worden, um eine mögliche politische Intervention hinter den Aktenschwärzungen aufzuklären. Robert Lugar vom Team Stronach zeigte sich daraufhin enttäuscht, entschuldigte sich, und wollte Abbrederis so schnell wie möglich wieder entlassen. (red, 28.5.2015)

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