Athen und Europartner streiten über Vertragsentwürfe

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Gespräche in den kommenden 48 Stunden erwartet - Eurokurs reagiert vorerst gelassen - Finanzminister Schelling sieht keinen Grexit


Brüssel - Mit einem Riesenknall endete am Montag das Treffen der Eurofinanzminister. Die Gespräche rund um den Umgang mit den Milliardenschulden Griechenlands platzten einmal mehr. Die europäischen Geldgeber stellten Athen daraufhin ein Ultimatum bis Ende der Woche.

Der griechische Finanzminister Yiannis Varoufakis lehnte die geforderte Verlängerung eines Hilfsprogramms wegen der damit verbundenen Auflagen kategorisch ab. Die anderen Eurogruppenmitglieder reagierten mit einer unmissverständlichen Drohung. "Wir können diese Woche noch nutzen, aber das ist es", sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem nach dem Scheitern der Verhandlungen in Brüssel. Er erinnerte daran, dass in einigen Eurostaaten die Parlamente einer möglichen Ausweitung der Griechenlandhilfen zustimmen müssen.

Das aktuelle Hilfsprogramm läuft Ende des Monats aus. Ohne weitere Finanzspritzen könnte Griechenland laut Experten pleitegehen. Eine Zahlungsunfähigkeit dürfte aber auch mit Milliardenverlusten für die anderen Euroländer einhergehen.

Wie es nun weitergeht, ist völlig offen. Varoufakis betonte in einer Pressekonferenz, dass sein Land sowohl das Ultimatum als auch eine Verlängerung des Hilfsprogramms für sein Land ablehne. Er erwarte weitere Gespräche innerhalb der kommenden 48 Stunden. Dijsselbloem meinte am Dienstag, die Europartner seien zu Gesprächen jederzeit bereit. (APA/red, 17.2.2015)