Anhörung der EU-Außenbeauftragten Mogherini

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Die Italienerin stellte sich den Fragen der EU-Parlamentarier in Brüssel. Die Nachlese zum Livebericht


Bei den Anhörungen der neuen EU-Kommissare stellte sich am Montag die künftige EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

Als die Italienerin im heurigen Februar Außenministerin in der neuen italienischen Regierung wurde, staunten nicht wenige in Rom über den Beschluss des jungen Premiers Matteo Renzi. Nun hat Renzi der 41-Jährigen den Posten der EU-Außenbeauftragten in Brüssel als Nachfolgerin von Catherine Ashton verschafft. Jung und unerfahren bezeichnen Kritiker Mogherini.

Die Tochter des verstorbenen Regisseurs Flavio Mogherini studierte Politikwissenschaften in Aix-en-Provence und an der Universität La Sapienza in Rom, wo sie mit einer Diplomarbeit über das Verhältnis zwischen Religion und Politik im Islam "summa cum laude" abschloss.

Ihre politische Laufbahn begann 1996 mit der Mitgliedschaft in der Jugendorganisation der Linksdemokraten, in deren nationalen Führungsgremien sie ab 2001 tätig war und schließlich für außenpolitische Angelegenheiten zuständig wurde. Dabei kümmerte sich unter anderem um die Beziehungen zu den US-amerikanischen Demokraten.

2008 zog Mogherini für die sozialdemokratische Demokratische Partei (PD) in die italienische Abgeordnetenkammer ein, wo sie nach ihrer Wiederwahl im Jahr 2013 in den Ausschüssen für Äußeres und Verteidigung tätig war. Am 1. August 2013 übernahm sie den Vorsitz in der italienischen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung der NATO. Im Februar 2009 wurde sie im Parteivorstand der PD für Gleichberechtigung zuständig, im Dezember 2013 für Europapolitik.

Außenpolitik ist seit der frühen Jugend Mogherinis große Liebe. "Sie ist rigoros, zuverlässig und schlicht", betonte der PD-Politiker Luca Bader, der viele Jahre mit Mogherini gearbeitet hat. Widerstand gegen ihre EU-Kandidatur kam aus Osteuropa, da Italiens Politik als zu freundlich gegenüber Russland gilt. Im September ließ Mogherini jedoch aufhorchen, als die designierte EU-Außenbeauftragte in Russland wegen dessen Rolle in der Ukraine-Krise keinen strategischen Partner der Europäischen Union mehr sah: "Ich denke, dass Russland ein strategischer Akteur in regionalen und globalen Fragen bleibt".