Angriff auf türkischen Verein: Anklage wurde ausgeweitet

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Staatsanwalt sieht schwere statt leichter Körperverletzung gegeben - Sieben Fußballfans angeklagt - derStandard.at berichtete live


Am Dienstag wudre der Prozess rund um einen Angriff rechtsextremer Hooligans auf einen linken türkischen Verein im Wiener Ernst Kirchweger-Haus (EKH) fortgesetzt. Rund 40 Hooligans rund um die rechtsradikale Szene "Unsterblich Wien" waren am 27. Oktober 2013 ins Haus eingedrungen und hatten eine Person verprügelt und leicht verletzt. Sie konnten von mehreren Gästen des Hauses in die Flucht geschlagen werden. Nun stehen sieben Fußballfans rund um "Unsterblich" vor Gericht, ihnen wird Hausfriedensbruch, einem davon auch Körperverletzung angelastet.

Außerdem müssen sich zwei Aktivisten der kommunistischen Gewerkschaft KOMIntern, die am 27.10 im EKH eine Veranstaltung hatte, ebenfalls wegen Körperverletzung verantworten - einer der mutmaßlichen Angreifer hatte sich nämlich selbst Verletzungen zugezogen.

Nachdem eine psychologische Sachverständige angegeben hatte, dass Geschädigter Rudolf F. durch den Angriff traumatisiert sei, hat der Staatsanwalt die Anklage ausgedehnt - dem Zweitangeklagten wird jetzt schwere Körperverletzung vorgeworfen. Dadurch erhöht sich das maximal mögliche Strafmaß im Fall eines Schuldspruchs in allen Punkten nicht: Den sieben Fußballfans wird auch Hausfriedensbruch mit Gewaltausübung vorgeworfen, darauf drohen bis zu drei Jahre Haft.

Eine Zeugin hat den Drittangeklagten am Dienstag anhand einer Tätowierung am Arm identifiziert - der Mann habe immer wieder versucht, von außen durch den Türspalt des EKH auf die dahinter stehenden Personen einzuschlagen. Prügelopfer Rudolf F. hat vor Gericht den Zweitangeklagten als Täter identifiziert, auch der Fünftangeklagte sei am Angriff beteiligt gewesen, die übrigen angeklagten Fans hätten sich ebenfalls am Tatort befunden, so F. in seiner Zeugenbefragung.

Einen Hintergrund zur Causa finden Sie hier.

Am Mittwoch wird die Verhandlung fortgesetzt, auch das Urteil könnte am Mittwoch gesprochen werden. derStandard.at wird wieder live berichten.