Rechtsruck in Frankreich und Großbritannien: Le Pen und Farage holen Platz eins

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Juncker stellt Anspruch auf Kommissionspräsidenten - Vorsprung der Konservativen auf Sozialdemokraten schrumpft aber


Aus der Europawahl in 28 Ländern ist die konservative Europäische Volkspartei (EVP) mit Spitzenkandidat Jean-Claude Juncker mit 214 der 751 Mandate als stärkste Kraft hervorgegangen. Er stellt den Anspruch auf den Posten des EU-Kommissionspräsidenten. Allerdings schrumpfte ihr Vorsprung auf die europäischen Sozialdemokraten, die 189 Mandate erreichten.

Nach der jahrelangen Eurokrise legten zugleich rechtsorientierte und populistische Parteien stark zu. In Frankreich holte die rechtsextreme Front National (FN) von Marine Le Pen mit 25 Prozent Platz eins. In Großbritannien liegen die EU-Gegner der UK Independence Party (UKIP) von Parteichef Nigel Farage bei rund 30 Prozent an erster Stelle vor der Labour Party. In Dänemark wurde die rechtspopulistische Dänische Volkspartei stärkste Kraft. Im Euro-Krisenland Griechenland wurde das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken (Syriza) allen Prognosen zufolge stärkste Kraft.

In Italien hat dafür Ministerpräsident Matteo Renzi den Angriff des populistischen Euro-Gegners Beppe Grillo und seiner Fünf-Sterne-Bewegung abgewehrt. Renzis Demokratische Partei (PD) kommt auf rund 40 Prozent, Grillos Bewegung auf 23 Prozent.

In Österreich verteidigte die ÖVP mit 27,3 Prozent (2009: 30) Platz eins. Die SPÖ erreicht mit 24,2 Prozent ein Ergebnis wie vor fünf Jahren, die FPÖ legte stark zu, dürfte aber nach Auszählung der Wahlkarten auf unter 20 Prozent rutschen. Die Grünen konnten die Neos klar distanzieren.

Ergebnisse aus allen Staaten finden Sie hier. (APA/Reuters/red, derStandard.at, 25.5.2014)

derStandard.at berichtete live aus Wien und den anderen europäischen Hauptstädten.