Wahlen in Europa: Das waren die ersten drei Wahltage

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Dämpfer für irische Regierungsparteien - UKIP legt bei britischen Kommunalwahlen stark zu - Niederlande: Exit Polls sehen Rechtspopulist Wilders als Verlierer


Dublin/Brüssel - Die von Sparzwängen geplagten Iren haben die Europawahl offenbar genutzt, um ihre Regierungsparteien abzustrafen. Bei der Abstimmung am Freitag kam die konservative Fine-Gael-Partei von Premierminister Enda Kenny einer Prognose des Fernsehsenders RTE zufolge nur auf 22 Prozent der Stimmen, die mitregierenden Sozialdemokraten von Labour gar nur auf sechs Prozent.

Die oppositionelle Fianna Fáil kam der Prognose zufolge ebenfalls auf 22 Prozent. Sinn Fein, einst politischer Arm der Untergrundorganisation IRA im Nordirland-Konflikt und später wesentlich an der Gestaltung des Friedensprozesses beteiligt, kam auf 17 Prozent.

Dies wäre das bisher stärkste Ergebnis von Sinn Fein in der Republik Irland. Die Partei hatte sich im Wahlkampf vor allem gegen das Sparprogramm der Regierung nach der Finanzkrise gestellt. Der größte Stimmanteil entfällt aber der Prognose zufolge mit 27 Prozent auf unabhängige Kandidaten. Wegen des irischen Wahlsystems ist eine Aussage darüber, wie die elf Sitze im Europaparlament verteilt werden, auf Grundlage der prognostizierten Stimmanteile nicht möglich.

UKIP legt bei Kommunalwahlen stark zu

Wie die Briten bei der Europawahl am Donnerstag abgestimmt haben, wird ebenfalls erst am Sonntag bekannt gegeben. Wahlsieger und Verlierer gibt es aber schon jetzt, denn bei den Kommunalwahlen konnten die EU-Gegner der United Kingdom Independence Party (UKIP) den etablierten Parteien viele Stimmen abwerben und stark zulegen.

Exit Polls sehen Wilders als Verlierer

In den Niederlanden dürfte Rechtspopulist Geert Wilders anti-europäische Partei für die Freiheit (PVV) erhebliche Verluste eingefahren haben und mit 12,2 Prozent nur auf dem vierten Platz bei der EU-Wahl landen. Nach den Prognosen des niederländischen Fernsehens ist die pro-europäische linksliberale Partei D66 der große Gewinner. Sie lag mit 15,6 Prozent knapp vor den Christdemokraten (15,2).

Wo wird wann gewählt?

  • Donnerstag: Großbritannien, Niederlande
  • Freitag: Irland, Tschechien (wählt Freitag und Samstag)
  • Samstag: Lettland, Malta, Slowakei
  • Sonntag: Österreich, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowenien, Spanien, Ungarn, Zypern (APA/Reuters/red, derStandard.at, 22./23.5.2014)