Tierschützerprozess: Freispruch für Tierrechtler, dem Tierquälerei vorgeworfen wurde

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Hat ein Tierschützer Tiere gequält? Diese Frage verneinte am Dienstag das Landesgericht Wr. Neustadt. derStandard.at berichtete live


Hat ein Tierschützer Tiere gequält? Mit dieser Frage musste sich am Dienstag das Landesgericht Wiener Neustadt im ersten von vier Prozesstagen rund um die Neuauflage des Tierschützer-Prozesses auseinandersetzen - und es entschied, den Angeklagten Jürgen Faulmann, früher Kampagnenleiter der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, freizusprechen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Staatsanwalt hat keine Erklärung abgegeben.

Konkret ging es um eine Schweinebefreiung im März 2008, bei der Schweine verletzt worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem früheren Kampagnenleiter der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" Jürgen Faulmann vorgeworfen, an der Befreiung beteiligt gewesen und daher für die Verletzung der Tiere verantwortlich zu sein - die Anklage lautete auf Tierquälerei und Sachbeschädigung. Faulmann bestritt all diese Vorwürfe. Gegen den Freispruch in erster Instanz hatte die Staatsanwaltschaft berufen, das Oberlandesgericht Wien hatte die Causa zurück ans Landesgericht Wr. Neustadt verwiesen.

Langer Prozess, kurze Verhandlung

Die überraschend kurze Verhandlung am Dienstag kam ohne Zeugenbefragungen aus, Richter Erich Csarmann sah den Sachverhalt durch das Erstverfahren hinreichend geklärt und beschränkte sich auf Verlesungen. In seiner mündlichen Urteilsbegründung sah der Richter zwar Faulmanns Beteiligung an der Schweinebefreiung zwar als erwiesen an, doch konnte er keinen Zusammenhang zwischen der Befreiung und Verletzungen der Tiere erkennen. Dass der Angeklagte zumindest bedingt vorsätzlich Tiere gequält haben könnte, verneinte das Gericht ebenfalls.

Am kommenden Montag wird das LG Wiener Neustadt voraussichtlich ein weiteres Kapitel der Tierrechtscausa abschließen: Drei weitere Tierrechtler, die ebenfalls vom Vorwurf der Bildung einer kriminellen Organisation rechtskräftig freigesprochen worden sind, müssen sich wegen versuchter schwerer Nötigung verantworten. derStandard.at wird live berichten. (sterk, derStandard.at, 13.5.2014)