Zeugenreigen in der Causa Grasser

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Karl-Heinz Grasser droht wegen Steuerhinterziehung eine Millionen-Strafe. Er will von seinem Ex-Berater Schadenersatz


Wien - Am Donnerstag hat der erste Verhandlungstag rund um die Klage von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser gegen seinen früheren Steuerberater stattgefunden. Das Medieninteresse am Wiener Handelsgericht war groß. Grasser hat Peter Haunold und die Wirtschaftsprüfunsgesellschaft Deloitte auf 412.284,88 Euro Schadenersatz geklagt, weil er sich steuerrechtlich falsch beraten fühlt. Die Beklagten weisen die Vorwürfe zurück (siehe dazu auch: Wie Meischberger Grasser im Rebellenkampf helfen wollte). Grasser, damals ihr Klient, habe sich abweichend zur Beratung verhalten und die vorgeschlagene Firmenstruktur geändert und diese außerdem nicht der Finanz offengelegt.

Grasser selbst war nicht geladen, erschien aber dennoch. Dieses Recht hat er als Partei, ebenso wie das Recht mitzuwirken. Im Zusammenhang mit Geldflüssen über sein Stiftungs- und Firmenkonstrukt drohen Grasser laut Berichten wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung eine Geldstrafe von 15 Millionen Euro und eine Nachzahlung von rund fünf Millionen Euro an die Finanz. Wegen des Vorwurfs des Abgabenbetrugs könnte ihm auch eine Haftstrafe drohen.

Der Ex-Finanzminister zeigte sich im Gericht gelassen und gab sich offen gegenüber Fragen von Journalisten. Er beteuerte erneut, die Empfehlungen seines damaligen Steuerberaters genau umgesetzt zu haben. Dort sieht man das freilich anders, man werde im Verfahren zeigen, dass dem nicht so war, sagte ein Deloitte-Anwalt. (red/APA/derStandard.at, 27.3.2014)