Kiew droht Krim-Regierung mit "angemessener Antwort"

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Ultimatum zur Freilassung von Gefangenen gestellt - Ukrainische Marine verliert Kontrolle über Hauptquartier auf Krim - Minister aus Kiew wollen auf die Krim reisen - Krim-Premier will allerdings Einreise verweigern


Nach der Einnahme des Hauptquartiers der ukrainischen Marine auf der Krim durch prorussische Einheiten hat die Regierung in Kiew ein Ultimatum zur Freilassung aller Gefangenen gestellt und mit einer "angemessenen Antwort" gedroht.

Die ukrainische Marine hatte zuvor die Kontrolle über ihr Hauptquartier auf der Krim verloren. Über einem Zugang am Hafen von Sewastopol wehten am Mittwoch drei russische Flaggen. Rund ein Dutzend ukrainische Soldaten verließen daraufhin unbewaffnet das Hauptquartier der Marine auf der Krim in Sewastopol, berichtete Reuters.

Der ukrainische Verteidigungsminister Ihor Tenjuch von der rechtsextremen Swoboda-Partei kündigte an, die Krim-Streitkräfte nicht abzuziehen, obwohl Russland am Vortag den Anschluss der Halbinsel faktisch besiegelt hatte.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow dazu aufgefordert, einer OSZE-Beobachtermission in der Ukraine binnen 24 Stunden zuzustimmen. "Es nützt nichts, wenn wir eine Beobachtermission in der übernächsten Woche oder im nächsten Monat haben", sagte Steinmeier nach einem Telefonat mit Lawrow am Mittwoch. "Wir brauchen sie jetzt." (Reuters, 19.3.2014)

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Für derStandard.at tickern Bert Eder, Teresa Eder, Noura Maan, Michael Vosatka und Manuela Honsig-Erlenburg aus der Redaktion in Wien.