USA drohen Russland mit Sanktionen und Verlust der G8-Mitgliedschaft

Liveticker

NATO: Russland bedroht Frieden in Europa - Kiew mobilisiert alle Reservisten - Ukrainischer Marinechef wechselt zu Krim-Regierung - Bewaffnete umstellen ukrainischen Stützpunkt auf der Krim


Kiew/Moskau/Washington - Ungeachtet internationaler Warnungen droht Russlands Präsident Wladimir Putin weiter mit einem Militäreinsatz in der Ukraine. Russland behalte sich das Recht vor, bei weiterer Gewalt im Osten der Ukraine und auch auf der Krim, seine Interessen und die Interessen der russischsprachigen Bevölkerung zu schützen, betonte Putin am Samstagabend. Der russische Präsident sagte dies in Telefonaten mit US-Präsident Barack Obama, dem kanadischen Regierungschef Stephen Harper, dem französischen Staatschef Francois Hollande und auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Diese warnten vor einem militärischen Eingreifen Russlands. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte am Sonntag vor einem Krisentreffen zur Ukraine: "Was Russland derzeit in der Ukraine tut, verstößt gegen die Prinzipien der UNO-Charta. Es bedroht den Frieden und die Sicherheit in Europa."

Der ukrainische Übergangsregierungschef Arseni Jazenjuk sieht sein Land am "Rande der Katastrophe". In der Ukraine gelte die "Alarmstufe Rot", sagte Jazenjuk am Sonntag. Der Beschluss des russischen Parlaments, das am Samstag auf Antrag Putins die Entsendung von Truppen auf die Halbinsel genehmigt hatte, sei "keine Drohung", sondern "eine Kriegserklärung gegen mein Land". Kiew geht davon aus, dass sich derzeit 15.000 russische Soldaten auf der Krim befinden. Mittlerweile hat die Ukraine auch eine Generalmobilmachung ausgerufen. Alle Wehrpflichtigen sind aufgerufen, sich noch am Sonntag in ihrem Kreiswehrersatzamt zu melden, teilte der Sekretär des Sicherheits- und Verteidigungsrats Andrej Parubij mit.

AP berichtet, dass Bewaffnete mehrere ukrainische Militärbasen auf der Krim umstellen und dort stationierte Soldaten daran hindern, die Basis zu verlassen. Das Kiewer Verteidigungsministerium hat die Belagerung eines Stützpunktes der ukrainischen Grenztruppen in Priwolnoje bestätigt. (red/APA, derStandard.at, 2.3.2014)

Für derStandard.at tickern Kim Son Hoang, Sebastian Pumberger und Michael Vosatka aus Wien. Nina Jeglinski liefert Eindrücke aus Kiew und André Ballin berichtet aus Moskau.