Hektische Diplomatie soll Krieg in der Ukraine verhindern

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Russisches Parlament stimmt nach Hilfsansuchen Militäreinsatz auf der Krim zu - Kiew: Militär in Kampfbereitschaft, Offensive Moskaus würde Krieg bedeuten - Washington warnt Moskau und fordert Einsatz internationaler Beobachter


Die Krise in der Ukraine spitzt sich weiterhin zu:

Über zahlreiche internationale Kanäle wurde am Samstag versucht, die Eskalation in der Ukraine zu stoppen. Der UN-Sicherheitsrat beriet über die Situation auf der Halbinsel Krim. US-Präsident Barack Obama telefonierte neunzig Minuten lang mit Russlands Präsident Wladimir Putin und stand auch mit mehreren anderen Regierungschefs in Kontakt. EU, Uno und Nato äußerten sich besorgt und warnten Russland vor einer Invasion in der Ukraine.

Moskau hatte zuvor angesichts der wachsenden Spannungen um die Schwarzmeer-Halbinsel Krim einen Militäreinsatz in der Ukraine erlaubt. Kremlchef Wladimir Putin sprach am Samstag angesichts der "außergewöhnlichen Situation" auf der Krim von der Notwendigkeit, die russischen Bürger sowie die dort stationierten Streitkräfte zu schützen. Das teilte die Präsidialverwaltung mit. Präsident Putin hatte den Föderationsrat um Erlaubnis für den Einsatz der Streitkräfte gebeten. Der Einsatz sei so lange nötig, bis sich die Lage normalisiert habe. Das russische Oberhaus trat für die Intervention ein, um Blutvergießen zu verhindern. Kiew versetzte seine Truppen in Kampfbereitschaft, Regierungschef Jazenjuk kündigte für den Fall einer russischen Offensive Krieg an.

In mehreren russischsprachigen Regionen der Ukraine gab es am Samstag Proteste gegen die neue Regierung in Kiew, teils mit schweren Handgemengen. In der Stadt Charkow besetzten prorussische Kräfte das Gebäude der Gebietsverwaltung, Aktivisten hissten auf dem Gebäude die russische Flagge sowie die Fahne von Charkow. Die Polizei schritt nicht ein.

Für derStandard.at tickern Michael Matzenberger und Michael Vosatka. André Ballin liefert Informationen aus Moskau, Nina Jeglinski liefert Eindrücke aus Kiew.