Waffenstillstand nach Gewaltwelle mit 26 Toten

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Geheimdienst startet "Anti-Terror-Aktion" - Mindestens 26 Tote und mehr als 1.000 Verletzte


Kiew - Nach blutigen Straßenschlachten in der vergangenen Nacht haben sich Regierung und Opposition am Mittwoch Abend auf einen Waffenstillstand geeinigt. Nun sollen Verhandlungen die Gewalt beenden.

Ratspräsident Herman Van Rompuy bestätigte zuvor, dass die EU-Außenminister bei einem Sondertreffen am Donnerstag "finanzielle Sanktionen und Visabeschränkungen" gegen die politische Führung der Ukraine beschließen werden.

"Anti-Terror-Aktion" gestartet

Der ukrainische Geheimdienst SBU hat unterdessen eine "Anti-Terror-Aktion" im ganzen Land gestartet. "Radikale und extremistische Gruppierungen stellen mit ihren Handlungen eine reale Gefahr für das Leben von Millionen Ukrainern dar", teilte der SBU am Mittwoch mit.

Russland machte unterdessen die Opposition für die Eskalation der Gewalt veranwortlich. Die Demonstranten richteten sich auf eine weitere Auseinandersetzung ein. Barrikaden wurden errichtet und Lebensmittel geliefert, auch Aktivisten aus anderen Landesteilen erreichten den Maidan-Platz.

26 Tote in der Nacht

Die Polizei hatte in der Nacht auf Mittwoch den Maidan gestürmt. Mindestens 26 Personen wurden dabei getötet, darunter Demonstranten und Polizisten. Die Zahl der Todesopfer variiert je nach Quelle und könnte auch noch steigen. Zudem wurden mehr als 1.000 Menschen verletzt.

Die Proteste in Kiew hatten im November begonnen, nachdem Janukowitsch sich geweigert hatte, ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichen. Statt auf eine EU-Annäherung setzt Janukowitsch auf Russland als Verbündeten. Die Opposition fordert den Rücktritt des Präsidenten und eine neue Verfassung, die dessen Rechte einschränken würde. (red, derStandard.at, 19.2.2014)