Drei Jahre Haft für Gernot Rumpold und Rudolf Fischer und 600.000 Euro Schadenersatz an Telekom

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Unbedingte Haft für Rumpold, Michael G. 30 Monate Haft, davon 27 bedingt, Eccher fünf Monate bedingt - Freispruch für Neudeck - Auch FPÖ muss 600.000 Euro Kostenersatz zahlen - Urteil nicht rechtskräftig


Der ehemalige FPÖ-Werber Gernot Rumpold ist am Freitagabend im Wiener Straflandesgericht im sogenannten "Telekom III"-Prozess - inkriminiert war eine angeblich verdeckte Parteispende an die FPÖ in Höhe von 600.000 Euro - wegen Untreue als Beteiligter zu einer dreijährigen unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der ehemalige Telekom Austria(TA)-Vorstand Rudolf Fischer und der frühere TA-Prokurist und -Großkundenbetreuer Michael G. wurden jeweils wegen Untreue als unmittelbare Täter schuldig erkannt und Fischer zu drei Jahren - davon sechs Monate unbedingt - und G. zu 30 Monaten - davon drei Monate unbedingt - verurteilt.

Der frühere FPÖ-Bundesgeschäftsführer Arno Eccher sowie der frühere FPÖ-Finanzreferent Detlev Neudeck wurden vom Vorwurf der Untreue als Beteiligte jeweils freigesprochen. Eccher erhielt lediglich wegen falscher Zeugenaussauge im parlamentarischen Untersuchungsausschuss fünf Monate bedingt.

Rumpold, der ebenfalls wegen falscher Aussage im U-Ausschuss hängen blieb, und Fischer verurteilte der Schöffensenat (Vorsitz: Michael Tolstiuk) darüberhinaus zur ungeteilten Hand zur Zahlung von 600.000 Euro an die TA. Im Fall der Haftungsbeteiligten FPÖ wurden gemäß § 20 Absatz 4 Strafgesetzbuch die gegenständlichen 600.0000 Euro für verfallen erklärt.

Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Rumpolds Anwalt Markus Singer legte Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein, auch Walter Fleissner, Rechtsvertreter der FPÖ, kündigte Berufung an. Die anderen Anwälte erbaten für ihre Klienten Bedenkzeit. Staatsanwalt Harammer hat keine Erklärung abgegeben.  (APA/red, derStandard.at, 9.8.2013)