Schieszler: "Es ging darum, die Regierungspartei FPÖ positiv zu stimmen"

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Ex-Marketingchef Stefan Tweraser: Rumpold-Konzepte "hätten nicht zur Kommunikationsstrategie der Telekom gepasst"


Am Donnerstag wurde der Telekom-Prozess rund um die Frage der illegalen Parteienfinanzierung fortgesetzt. Angeklagt sind der ehemalige FPÖ-Werber Gernot Rumpold, der frühere Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer, der damalige FPÖ-Geschäftsführer Arno Eccher, der ehemalige Telekom-Prokurist Michael G. und der einstige FPÖ-Finanzreferent Detlev Neudeck. Ihnen wird Untreue beziehungsweise Beitrag zu Untreue vorgeworfen. Zeugen waren am Donnerstag unter anderen der ehemalige Festnetz-Marketingchef Stefan Tweraser und der "Kronzeuge" in den Telekom-Prozessen, Gernot Schieszler.

Bei der Thema waren die Konzepte Rumpolds aus dem Jahr 2004, die der Telekom immerhin 600.000 Euro wert waren. Der damalige Marketing-Chef der Telekom Austria, Stefan Tweraser, erklärte dazu im Zeugenstand, die Konzepte hätten nicht zur Kommunikationsstrategie der Telekom gepasst.

Richter Michael Tolstiuk erbat von Tweraser eine genaue Einschätzung "der vier Produkte", wie er sich ausdrückte. Dafür legte der Richter eine mehrminütige Verhandlungspause ein, damit sich Tweraser die Papiere eingehend durchlesen konnte. Dass sie 2004 bei der Telekom eingelangt waren, hatte der an sich dafür zuständige Marketing-Leiter nämlich erst im Nachhinein im Rahmen des Ermittlungsverfahrens erfahren. 

Ex-Vorstand Gernot Schieszler, der in mehren Telekom-Verfahren als "Kronzeuge" auftritt, bestätigte bei seiner Befragung die Annahme der Anklage, wonach die Telekom im Jahr 2004 dem früheren FPÖ-Werbemann Gernot Rumpold 600.000 Euro gezahlt hat, damit das Geld in Richtung FPÖ fließt. Sinn des Geschäfts zwischen der staatlichen Telekom und Rumpold, das im Zentrum der Anklage steht, sei es gewesen, "die Regierungspartei FPÖ positiv zu stimmen", sagte Schieszler. (APA/red, 13.6.2013)