Steuerprüferin belastet Rumpold schwer

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Rumpold-Vergleich mit FPÖ steht laut Steuerprüferin im Zusammenhang mit Telekom-Aufträgen


Heute wurde der Telekom-Prozess um illegale Parteienfinanzierung fortgesetzt. Angeklagt sind der ehemalige FPÖ-Werber Gernot Rumpold, der frühere Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer, der damalige FPÖ-Geschäftsführer Arno Eccher, der ehemalige Telekom-Prokurist Michael G. und der einstige FPÖ-Finanzreferent Detlev Neudeck. Ihnen wird Untreue beziehungsweise Beitrag zu Untreue vorgeworfen.

Es wurden weitere ZeugInnen befragt. Unter anderen soll Ex-Telekom-Finanzvorstand Stefano Colombo in den Zeugenstand treten. Abgesagt hat der frühere ÖIAG-Chef und Telekom-Aufsichtsratsvorsitzende Peter Michaelis.

Beamtin belastet Rumpold

In ihrer Aussage belastete jene Beamtin, die Rumpolds Steuerakt geprüft hat, Rumpold schwer. In Besprechungen mit ihm habe Rumpold die Forderungsabschreibung gegenüber der FPÖ in Höhe von 764.000 Euro immer in Zusammenhang mit den Telekom-Aufträgen gebracht hat, sagte sie.

Der frühere Telekom-Finanzvorstand Stefano Colombo meinte in seiner Aussage, dass die Einhaltung von Vergleichsangeboten angesichts der hohen Auftragssumme an den FP-Werber Gernot Rumpold eigentlich "die normale Regel" gewesen wäre.

Urteil im August

Ein Urteil wird es nicht wie erwartet diesen Freitag, sondern erst im August geben. Das gab Richter Michael Tolstiuk am Beginn der Verhandlung am Dienstag bekannt. Der Grund für diese Verzögerung ist die nachträglich erfolgte Bestellung eines zweiten Gutachters. Aufgrund dieser Zeitverschiebung könnte das Verfahren zudem mit dem nächsten Telekom-Prozess, bei dem es ebenfalls um Parteienfinanzierung geht (derStandard.at berichtete), zusammengelegt werden.

Aufgrund der Verzögerung könnte auch Rumpolds Ex-Frau Erika Daniel noch befragt werden, die gesundheitsbedingt für zumindest sechs Wochen ausfällt. Vom Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung befragt wird zudem der Chef der Bäckerei "Der Mann". Diese soll von Rumpolds Agentur eines der umstritten Konzepte ("Q-Bus") vorgelegt bekommen haben.