FPÖ-Telekom-Prozess: Rumpold verstrickt sich in Widersprüche

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Bei Steuerprüfung hatte er erklärt, die Telekom-Gelder stünden mit FPÖ in Zusammenhang


Der frühere FPÖ-Werber Gernot Rumpold hat sich am Donnerstag beim Telekom-Prozess im Wiener Straflandesgericht nicht schuldig bekannt. Einen Zusammenhang zwischen den Zahlungen der Telekom und der FPÖ bestritt er. Er habe der FPÖ immer wieder Schulden von kleineren Beträgen zwischen 10.000 und 20.000 Euro erlassen. Die Steuerprüferin habe darin allerdings verdeckte Gewinnausschüttung vermutet. Um von diesem Verdacht wegzukommen, habe ihm sein Steuerberater geraten, zu sagen, dass ihm der Telekom-Auftrag möglicherweise von der FPÖ vermittelt worden sei.

In Erklärungsnot kam Rumpold im Zusammenhang mit den "Konzepten", die er für 600.000 Euro für die Telekom erarbeitet haben will: Die dem Gericht vorliegenden Papiere seien gar nicht die "Endkonzepte", selbst aufbewahrt hat er diese aber nach eigenen Angaben auch nicht. Dass der frühere Telekom-Vorstand Rudolf Fischer am Mittwoch vor Gericht aussagte, dass Jörg Haider von der Telekom verlangt habe, Rumpold den Auftrag über 600.000 Euro zu geben, bezeichnete Rumpold nach seiner Einvernahme vor Journalisten als "total überraschend".

Rumpold wird Beitrag zur Untreue und falsche Zeugenaussage im U-Ausschuss vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft spricht ja von "Scheinrechnungen" und vermutet in der Telekom-Zahlung eine verdeckte Parteispende an die FPÖ, weil Rumpold der Partei wenig später 764.000 Euro an Schulden erlassen hat.

Der frühere FPÖ-Bundesgeschäftsführer Arno Eccher hat bei seiner Befragung angegeben, nichts von dem 600.000 Euro-Auftrag der Telekom an Rumpolds Agentur "mediaConnection" gewusst zu haben. Er bekannte sich genauso nicht schuldig wie der Ex-Finanzreferent der FPÖ, Detlev Neudeck. Der außergerichtliche Vergleich zwischen Rumpold und der FPÖ  stünde mit dem Telekom-Auftrag nicht in Verbindung, so Neudeck. Er habe davon erst im Jahr 2007 aus den Medien erfahren. (APA, 23.5.2013)