Italiens Wahlkrimi endet mit einer Blockade

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Bersani gewinnt Mehrheit in Kammer, verfehlt sie im Senat - Beppe Grillo kommt auf über 20 Prozent, Monti enttäuscht


Das Linksbündnis von Pier Luigi Bersani hat bei der Parlamentswahl in Italien das Abgeordnetenhaus für sich erobert. Dies teilte das Innenministerium in der Nacht zum Dienstag mit. Mit 29,5 Prozent der Stimmen setzte sich Bersanis Allianz knapp gegen Berlusconis Mitte-rechts-Bündnis durch, das auf 29,18 Prozent kommt. Mit dem Mehrheitsbonus, den der Gewinner im Abgeordnetenhaus bekommt, erhält Bersani 55 Prozent der 630 Sitze.

Beppe Grillos Fünf-Sterne-Bewegung kam aus dem Stand auf 25,55 Prozent, Mario Montis Zentrumsblock hingegen nur auf 10,56 Prozent.

Bersani kam im Senat laut offiziellen Ergebnissen auf 31,6 Prozent, die Mitte-Rechts-Allianz um seinen Rivalen Silvio Berlusconi erreichte überraschend 30,7 Prozent. Da die Mandate im Senat entsprechend der Einwohnerzahl verteilt werden, ergaben sich laut Hochrechnungen für Berlusconis Lager 115 Sitze, auf Bersanis Bündnis entfallen 120 Senatoren.

Die Mehrheit im Senat von 158 Sitzen erreicht Bersani auch nicht mit Mario Montis Stimmen, der mit 9,1 Prozent auf 18 Sitze kommt. Grillos Bewegung erreicht 23,79 Prozent und erhält 54 Sitze.

Da beide Parlamentskammern gleichberechtigt sind, bräuchte Bersani im Senat entweder die Unterstützung von Silvio Berlusconi oder Beppe Grillo, um regierungsfähig zu sein. Grillo hat dies bereits vor der Wahl ausgeschlossen, und auch eine große Koalition mit Berlusconi erscheint eher unwahrscheinlich. (APA, 26.2.2013)