Mensdorff-Pouilly: "Ich war zu blöd, das zu durchschauen"

Liveticker

Mensdorff-Pouilly wurde einvernommen - Angeklagter beschrieb im Detail, wofür Brodmann-Gelder verwendet wurden


Mit Einblicken in die Struktur seiner Beraterfirma MPA ist am Dienstag die Einvernahme von Alfons Mensdorff-Pouilly in seinem Geldwäsche-Prozess im Wiener Straflandesgericht fortgesetzt worden. Die MPA weist Sitze in Wien, Prag und Budapest auf. Er sei für den britischen Rüstungskonzern BAE Systems "sicher ein verdeckter Berater" gewesen, sagte Mensdorff.

Er habe von BAE Systems im Lauf der Jahre insgesamt einen "höheren sechsstelligen Betrag" lukriert. Zusätzlich zu seinen Berater-Honoraren erhielt Alfons Mensdorff-Pouilly von BAE System über die auf den britischen Jungferninseln etablierte Foxbury International SA nicht unbeträchtliche Gelder. Die Beträge kamen von der 1998 ebenfalls auf den Jungferninseln gegründeten Red Diamond Trading Limited, über die der Rüstungskonzern laut Staatsanwaltschaft Wien Schmiergeldzahlungen abgewickelt haben soll.

30.000 bis 40.000 englische Pfund gingen jährlich bei der Foxbury ein, 90 Prozent davon flossen der MPA zu, damit wurde der Bürobetrieb aufrechterhalten. Mensdorff bedeuerte er habe mit der Foxbury "gar nichts zu tun gehabt, ich sehe jetzt, dass die Landon gehört hat", versicherte Mensdorff. "Meinen Informationen nach hat sie zur Hälfte Ihnen gehört", wandte Richter Apostol ein. "Davon habe ich bis vor kurzem nichts gewusst", beteuerte Mensdorff. Von der Existenz der Red Diamond Trading Limited habe er bis 2007 keine Ahnung gehabt. Mensdorff-Pouilly stellte auch entschieden in Abrede, Eigentümer der Brodmann Business S.A zu sein.

Mensdorff erläuterte, welche Investitionen er im Auftrag von Timothy Landon mit Brodmann-Geldern getätigt habe. Die Gelder seien auf Landons Wunsch stets in mehreren Tranchen in bar übergeben worden. (APA, red, 18.12.2012)

>>> Überblick über den 2. Prozesstag gegen Alfons Mensdorff-Pouilly