Strasser: "Heute würde ich das anders machen"

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Britische Journalisten wurden für 13. Dezember erneut geladen


Der Korruptionsprozess gegen den früheren Innenminister und EU-Parlamentsabgeordneten Ernst Strasser wurde am Montag fortgesetzt. Ihm wird Bestechlichkeit vorgeworfen, weil er zwei als LobbyistInnen getarnte britische JournalistInnen zugesagt hatte, für ein jährliches Honorar von 100.000 Euro EU-Gesetzgebungsprozesse im Sinne der vermeintlichen LobbyistInnen zu beeinflussen. Die beiden JournalistInnen Jonathan Calvert und Claire Newell waren für heute in den Zeugenstand geladen, sind jedoch nicht erschienen. Nachdem sie ihre Aussagebereitschaft signalisiert haben, wurden sie für den 13.12.2012 erneut geladen. Sie bestehen weiterhin darauf, dass keine Fotos oder Filmaufnahmen von ihnen gemacht werden.

Ergänzende Fragen an Strasser

Auf die Frage, warum er gegen die Journalisten nicht einfach eine Anzeige wegen Bestechlichkeit einbrachte - immerhin hatten ihm diese ein Honorar für politische Einflussnahme im EU-Parlament in Aussicht gestellt -, erwiderte Strasser in seiner heutigen Befragung, seiner Erfahrung nach brauche das BVT "einen bestimmten Hinweis", wenn etwas herauskommen soll. Außerdem "wäre der Geheimdienst weggewesen, wenn irgendwelche Ermittlungen wegen Bestechung begonnen hätten. Die hätten sich einfach zurückgezogen und wären weggewesen. Heute würde ich das anders machen, nach dieser Erfahrung, die ich machen musste". Details zu Strassers Aussagen: Gericht hatte ergänzende Fragen an Angeklagten. (APA, red, 3.12.2012)