Strasser-Prozess: Aufdeckungsjournalisten werden nicht aussagen

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Reporter wollten unerkannt bleiben, verhüllte Aussage in Österreich jedoch nicht möglich - Gesprächsprotokolle wurden vorgeführt


Am dritten Tag im Korruptionsprozess gegen den ehemaligen Innenminister und früheren EU-Parlamentarier Ernst Strasser wurden erneut Gesprächsaufzeichnungen vorgeführt. Es ging um die mit versteckter Kamera gefilmten Treffen Strassers mit den vermeintlichen LobbyistInnen Claire Newell und Jonathan Calvert, die in Wahrheit ReporterInnen der "Sunday Times" waren.

Die beiden JournalistInnen werden nicht zum Prozess kommen, wie Vorsitzender Olschak heute mitteilte. Sie hätten die Bedingung gestellt, unerkannt zu bleiben, um ihre weitere Arbeit nicht zu gefährden. Eine verhüllte Aussage sei jedoch nach österreichischer Strafprozessordnung nicht möglich. Strasser wird Bestechlichkeit vorgeworfen, weil er den beiden GesprächspartnerInnen gegen ein jährliches Honorar von 100.000 Euro diverse Versuche von Einflussnahme auf EU-Gesetzgebung in Aussicht gestellt hat. Der nächste Prozesstag ist am kommenden Montag.