Basis straft Faymann vor Wahljahr ab

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Historisches Debakel für SPÖ-Chef - Parteitag stimmt für Verbot des Kleinen Glücksspiels


Faymann ist bei der Wahl zum Parteipräsidium als einziges Mitglied unter 90 Prozent Zustimmung geblieben. Den höchsten Wert konnte der Tiroler Landesparteichef Gerhard Reheis mit 99,81 Prozent erzielen. Bei der Wahl zum Parteivorstand blieben neben Faymann auch die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und Klubchef Josef Cap unter 90 Prozent.

Die 83,43 Prozent für Werner Faymann sind das schlechteste Ergebnis eines SPÖ-Chefs ohne Gegenkandidaten in der jüngeren Parteihistorie. Bisheriger Negativ-Rekordhalter war Fred Sinowatz, der im Herbst 1987 mit 88 Prozent leben musste. Ebenfalls schwach war das Abschneiden von Alfred Gusenbauer 2004 mit 88,9 Prozent.

Das Faymann-Ergebnis fällt auf, denn für gewöhnlich gilt die SPÖ als sehr diszipliniert. Der Kanzler selbst erhielt vor zwei Jahren in Vösendorf das Vertrauen von 93,8 Prozent der Delegierten. 2008 hatte er kurz vor der Nationalratswahl 98,4 Prozent erzielt.

Schwächere Ergebnisse hatte auch eine der heutigen Legenden der Sozialdemokratie. Franz Vranitzky erlangte bei seiner letzten Wahl 1995 nur noch 90,5 Prozent, nachdem er sich zuvor über Ergebnisse bis zu 98,5 Prozent (1991) erfreuen konnte. Viktor Klima stand nur einmal zur Wahl, nämlich 1997 und da kam er bloß auf 90,2 Prozent.

DER STANDARD und derStandard.at waren live vor Ort beim Parteitag. Eine Zusammenfassung zum heutigen Tag finden Sie hier. (apa, red, derStandard.at, 13.10.2012)