Stickler: "Lotterien waren in ihrer Existenz bedroht"

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Letzte Sitzung vor der Sommerpause zum Thema Glücksspiel - Befragung von Ex-Casinos-Austria-Vorstand Leo Wallner abgebrochen


Wien - Der parlamentarische Korruptions-Untersuchungsausschuss hält heute seine letzte Sitzung vor der Sommerpause ab. Damit soll der Untersuchungsgegenstand Glücksspiel so gut wie abgeschlossen werden. Es geht um dubiose Zahlungen der Glücksspielindustrie an die Politik während der Amtszeit von Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Geladen sind die Vertreter der betroffenen Glücksspielkonzerne.

Zu Beginn wurde Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler befragt. Er habe von der Initiative der beiden damaligen Regierungsparteien ÖVP und BZÖ, das Glücksspielgesetz zu ändern, erst "extrem kurzfristig" vor der für den 13. Juli 2006 geplanten Nationalratssitzung erfahren. Da es dabei auch um eine Aufhebung des Glücksspielmonopols gegangen sei, habe er eine "existenzielle Gefahr" für die Lotterien gesehen und daraufhin eine Reihe von ÖVP-Abgeordneten angerufen, um darüber ein Bewusstsein herzustellen. "Es hat mich wirklich kalt erwischt, ich hatte keine Information darüber, dass die Telekom und Novomatic das konkret planen", so Stickler.

Die Befragung von Leopold Wallner, Ex-Vorstand der Casinos Austria, wurde nach wenigen Fragen vorzeitig beendet.

Danach wurde Franz Wohlfahrt, Vorstand der Novomatic AG, befragt.

Stefan Tweraser, ehemaliger Mitarbeiter der Telekom Austria, war als letzter geladen.

>>> Zusammenfassung der Befragungen