Küssel-Prozess: Anwalt führt Hitlergruß im Gerichtssaal vor

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Der Anwalt von Felix B. wird abgemahnt - Richter ortet "Kasperltheater"


Zu Beginn des dritten Verhandlungstags im Prozess gegen den Rechtsextremisten Gottfried Küssel und seine Mitangeklagten Felix B. und Wilhelm A. wegen Wiederbetätigung hat der Verteidiger des Zweitangeklagten Felix B., der Anwalt Herbert Orlich, erneut für Aufregung gesorgt: Orlich machte den Hitlergruß - angeblich um einem Zeugen zu demonstrieren, wie der Hitlergruß aussehe. Orlich war im Lauf der Verhandlung wegen mehrerer Störungen zweimal ermahnt worden.

Der Zeuge Daniel O. belastet den Zweitangeklagten Felix B.: Er habe beobachtet, wie B. eine Lobrede auf Hitler gehalten und abschließend den Hitlergruß ausgeführt habe, sagt O., der Felix B. eindeutig identifizierte.

"Kann mich nicht erinnern"

Als zweite Zeugin war die Leiterin der Sonderkommission zur Causa, Sibylle Geiszler, geladen. Die Verfassungsschützerin meinte, Küssel sei der ideologische Betreiber der Neonazi-Seiten "Alpen-Donau.info" und "Aldoinfo" gewesen. Auf Fragen zu konkreten Begründungen für diese Annahme sagte Geiszler, es gebe "Sachbeweise", konnte diese aber nicht nennen. "Ich kann mich nicht mehr erinnern", so Geiszler.

Dem Antrag der Verteidigung auf Beiziehung eines IT-Sachverständigen wurde am Donnerstag stattgegeben. Zudem wird ein Zeuge aus Hamburg geladen, der die Domains der Neonazi-Webseiten bezahlt haben soll. Die Verhandlung wurde vertagt, Fortsetzung ist am 26. Juni.

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