Livebericht: Küssel-Prozess vertagt

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Küssel und zwei weitere Beschuldigte nach Verbotsgesetz angeklagt - Nächster Verhandlungstermin am 21. Mai


Am Wiener Straflandesgericht ist am Montag der Wiederbetätigungsprozess gegen Gottfried Küssel und zwei Mitangeklagte geplatzt. Auf der Geschworenenbank fanden sich nur sieben von mindestens acht benötigten Laienrichtern ein. Nach einer halbstündigen Wartezeit vertagte Richterin Martina Krainz die Verhandlung auf 21. Mai.

Wie die Richterin bekanntgab, hatte sie ursprünglich 22 Laienrichter zur Verhandlung geladen. Wie viele der 15 Nichterschienenen sich im Vorfeld entschuldigt hatten, war vorerst unklar.

Gottfried Küssel, eine Leitfigur der rechtsextremen Szene in Österreich, muss sich wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung vor dem Schwurgericht verantworten. Der 53-Jährige soll gemeinsam mit den mitangeklagten Felix B. (34) und Wilhelm A.(40) die Homepage alpen-donau.info (kurz: ADI) sowie das Forum alinfodo.com (ADF) eingerichtet und betrieben haben. Küssel habe die Aufträge erteilt, Wilhelm A. habe für Registrierung und Forenwartung gesorgt, und Felix B. sei der Administrator der Seite gewesen, so die Anklage. Alle drei Beschuldigten hätten den Vorsatz gezeigt, durch ihr Handeln "die Ziele der NSDAP zu fördern", so Staatsanwalt Hans-Peter Kronawetter.