Neue Festnahmen im Westjordanland

30. Juni 2002, 14:06
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Bisher keine Leichen in Gebäude-Trümmern in Hebron gefunden

Hebron/Ramallah - Die israelische Armee hat am Sonntag ihre Militäraktionen im Westjordanland fortgesetzt und dabei Dutzende von Palästinensern festgenommen. Nach palästinensischen Angaben mussten sich im Amari-Flüchtlingslager bei Ramallah alle Männer im Alter zwischen 15 und 50 Jahren auf einem Schulhof zum Verhör versammeln. In allen Städten des Westjordanlands außer Jericho herrschten weiterhin strikte Ausgangssperren für die Zivilbevölkerung.

Bei der Suche in den Trümmern der palästinensischen Polizeizentrale in der besetzten Stadt Hebron hat die israelische Armee bis zum Sonntagmorgen keine Leichen gefunden. Soldaten hatten das 1937 erbaute vierstöckige Gebäude Freitagnacht zu großen Teilen gesprengt. Die Palästinenser werfen Israel inzwischen vor, die 15 angeblich in dem Gebäude verschanzten Palästinenser als Vorwand für die Zerstörung des Hauses "benutzt" zu haben.

Nach palästinensischer Darstellung war das Gebäude vor der kontrollierten Sprengung bereits leer, weil sich zuvor alle Palästinenser der Armee ergeben hätten. Israelische Medien berichteten hingegen, die Extremisten hätten möglicherweise in letzter Minute fliehen können. (APA)

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