Deutsche Bank baut 13.000 Stellen ab

28. Juni 2002, 13:03
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Der neue Vorstandsvorsitzende Ackermann streicht weitere 3800 Arbeitsplätze - Kosten sollen um zwei Milliarden Euro gedrückt werden

Frankfurt/Main - Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, fährt einen noch rigideren Sparkurs als sein Vorgänger Rolf Breuer. Über die bereits angekündigten 9200 Stellen hinaus will der Branchenprimus weltweit weitere 3800 Arbeitsplätze streichen. Davon entfallen 1970 auf die Sparten Firmenkunden und Investmentbanking. Hinzu kommen 1800 Stellen im Privatkundengeschäft. Dies teilte das Institut am Donnerstagabend in Frankfurt mit.

Damit fällt weltweit fast jede siebente Stelle in dem Finanzkonzern dem eingeleiteten Sparprogramm zum Opfer. Ackermann verfolgt dadurch sein Ziel, bis Ende 2003 die Kosten um zwei Milliarden Euro zu drücken. Der zusätzliche Personalabbau kostet die Bank allein im zweiten Quartal diesen Jahres voraussichtlich 265 Millionen Euro.

Vor allem Belegschaft in Deutschland und Europa

Im Privatkundengeschäft sowie der Vermögensverwaltung trifft es vor allem die Belegschaft in Deutschland und Europa. Die Kürzung steht im Zusammenhang mit der Rückführung der Tochter für das Massengeschäft Deutsche Bank 24 in den Konzern. Die Entscheidungen müssen nach Darstellungen des Vorstands mit dem Betriebsrat ausgehandelt werden.

Vom Stellenabbau in den Sparten Firmenkunden und Investmentbank sind vor allem ausländische Töchter betroffen. In Nord- und Südamerika summiert sich die Kürzung auf 1025 Personen. In Großbritannien stehen 315 auf der Streichliste, weitere 320 auf dem europäischen Kontinent und 310 in Asien. Seit dem Beginn des massiven Kostensenkungskurses wurden im Gesamtkonzern bereits 5500 Arbeitsplätze eingespart.(APA/dpa)

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