Tabori inszeniert spezielle "Entführung aus dem Serail"

28. Juni 2002, 11:04
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Die drei symbolträchtigen Aufführungsorte: eine Kirche, eine Synagoge und eine Moschee

Berlin - Der Theaterregisseur und Dramatiker George Tabori inszeniert Mozarts Oper "Die Entführung aus dem Serail" für drei Berliner Gotteshäuser verschiedener Religionen. Wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten, finden die Aufführungen unter Stabführung von Christoph Hagel und mit Michael Degen in der Rolle des Selim Bassa in der Gedächtniskirche am Zoo (Premiere 27. Juli), in der Synagoge Oranienburger Straße (Premiere 17. August) und ab 27. August im Islamischen Gebetshaus der Aleviten in Kreuzberg statt.

Vertreter der drei Religionsgemeinschaften, darunter auch der evangelische Landesbischof Wolfgang Huber, wollen gemeinsam mit Tabori und Hagel das Projekt in der nächsten Woche in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen. "Der Altmeister des deutschen Theaters und Wanderer zwischen den Welten sieht Mozarts Märchen über die Liebe, die den religiösen Hass und die Vorurteile besiegt, als Antwort auf Huntingtons 'Kampf der Kulturen' ", heißt es in einer Vorankündigung zu der Produktion.

Der 88-jährige Tabori, der bei Claus Peymann am Berliner Ensemble arbeitet, hatte im Sommer 1998 Mozarts "Zauberflöte" ebenfalls mit dem Dirigenten Hagel in einem Zirkuszelt in Berlin inszeniert. (APA/dpa)

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