US-Richterin plädiert für angeklagten Moussaoui auf nicht schuldig

25. Juni 2002, 22:30
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Prozess wegen Verschwörung mit Attentätern vom 11. September

Alexandria - Im bisher einzigen Prozess in den USA im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September hat am Dienstag die zuständige Bundesrichterin für den angeklagten Franzosen Zacarias Moussaoui auf nicht schuldig plädiert. Moussaoui wies dies aber vor Gericht lautstark als Einmischung in sein Grundrecht, sich selbst verteidigen zu dürfen, zurück. Er selbst lehnt jede Aussage vor dem Gericht und auch jede Stellungnahme zu den Vorwürfen ab. "Ich habe den Vereinigten Staaten nichts zu sagen", erklärte Moussaoui.

Richterin Leonie Brinkema, die den Prozess in Alexandria im US-Staat Virginia leitet, wies Moussaoui darauf hin, dass keine Stellungnahme wohl unweigerlich einen Schuldspruch zur Folge haben werde. Deshalb plädiere sie für ihn auf nicht schuldig. Er musste wieder vor Gericht erscheinen, weil die Anklage leicht geändert wurde. Gründe für die meist kleineren Änderungen wurden nicht genannt. Gestrichen wurde aber der Vorwurf, dass er sich über das Versprühen von Schädlingsbekämpfungsmitteln aus Flugzeugen informiert und Informationen dazu auf seinem Computer gespeichert habe.

Vorwurf: Verschwörung mit Attentätern vom 11. September

Moussaoui wird Verschwörung mit den Attentätern vom 11. September vorgeworfen. Der Franzose marokkanischer Abstammung gilt als möglicher "20. Mann" der Anschläge. Er war bereits am 17. August wegen Verstoßes gegen die Einreisebestimmungen festgenommen worden. Der 33-Jährige fiel auf, weil er Flugstunden genommen und Flugtrainings-Videos gekauft hatte. Ihm wird "Verschwörung mit Osama bin Laden und der El Kaida zur Ermordung Tausender unschuldiger Menschen in New York, Virginia und Pennsylvania" vorgeworfen. Er bestreitet, in Kontakt mit den Flugzeugentführern gestanden zu sein.(APA/AP)

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