Gesundes Essen hält Gefängnis ruhig

27. Juni 2002, 10:51
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Eine Ernährungsstudie in einer britischen Haftanstalt ergab eine erhebliche Reduktion von Aggressionen durch Vitamintabletten...

London - Das "aggressive Verhalten" von Häftlingen in Jugendstrafanstalten kann durch vitaminreiche Kost erheblich reduziert werden. Das haben britische Wissenschafter nach einer in London veröffentlichten Studie herausgefunden. "Die Verbesserung im Verhalten war enorm", sagte Projektleiter Bernard Gesch von der Universität Surrey.

Vitamine, Mineralien und Fettsäuren

Gesch und sein Team hatten in der Jugendstrafanstalt Aylesbury (bei London) 230 Häftlinge zu einem Testversuch herangezogen. Dabei wurden der Hälfte der Teilnehmer Vitamine, Mineralien und Fettsäuren in Pillenform verabreicht. Die andere Hälfte nahm leere Kapseln ein.

Über einen Zeitraum von neun Monaten nach der Pilleneinnahme gingen die Strafverstöße bei den Pillenschluckern um 25 Prozent zurück. Bei gewaltsamen Verstößen zeigte sich im Vergleich zu vorher sogar ein Rückgang von 40 Prozent, berichteten die Wissenschaftler.

Die Kapseln hätten nur die Stoffe enthalten, die eigentlich zu einer vernünftigen Kost gehörten, sagte Gesch. Zwar müsse der Test noch einmal wiederholt werden, aber es zeige sich, dass der Verzehr von mehr Obst und Gemüse bei der Verbrechensbekämpfung helfen könnte. "Künftig haben wir die Wahl, noch mehr unserer Kinder hinter Gitter zu bringen oder sie vernünftig zu ernähren."

Die von der britischen Regierung unterstützte Studie wurde im Auftrag der Hilfsorganisation "Natural Justice" (Natürliche Justiz) durchgeführt. Nach deren Angaben würde es pro Jahr etwa 3,5 Millionen Pfund (5,6 Mll. Euro) kosten, allen jugendlichen Häftlingen die Pillen zu verabreichen. (APA)

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