Internet aus der Luft

24. Juni 2002, 12:41
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Wetterballone tragen Sender in 30.000 Meter Höhe

Die USA ist das Mutterland des Internets. Trotzdem ist die Versorgung mit schnellen Internet-Verbindungen vor allem am Land nicht geleistet. Die Space Data Corporation will das nun ändern und geht dabei vollkommen neue Wege, berichtet CNN Online.

Ballone im Himmel

Das Unternehmen will eine Kooperation mit dem National Weather Service eingehen. Diese Institution sendet nämlich täglich 140 Wetterballone in die Stratosphäre um Daten zur Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit zu messen. Diese Ballone will Spacedata mit Sende- und Empfangsstationen ausstatten und so aus 30.000 Meter Höhe Zugang zum Internet bieten.

Das National Weather Service hat die letzten 60 Jahre lang täglich zweimal 70 Ballone freigelassen, diese schweben dann für etwa 24 Stunden in einer Höhe von 30.000 Meter. Da die Ballone alle 12 Stunden freigelassen werden, würde sich immer mindestens ein Sender über den jeweilig gewünschte Zonen befinden.

Ein Tauschgeschäft

Space Data will ein Tauschgeschäft mit dem National Weather Service aushandeln. Space Data soll dabei die satellitenbasierte Lokalisierung der Ballone übernehmen, das wiederum könnte die Aussagekraft der Wetterbeobachtung erhöhen. Verhandlungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen.

300 Dollar pro Ballon

Zusätzlich müssen jährlich etwa 51.000 Ballons finanziert werden. Das Equipment für einen Ballon werde etwa 300 Dollar kosten. Dabei ist allerdings davon auszugehen, dass die Ballon nach einmaligen Gebrauch nicht mehr aufzufinden sind. Zusätzlich muss auch das Gewicht der Ballone beachtet werden, die Wetterballone dürfen nach Vorgaben der US-Flugaufsicht das Gesamtgewicht von 6 Pounds (2,7 kg) nicht überschreiten. Einer dieser Ballone werde, so Space Data, einen etwa 100.000 Quadratmeilen großen Bereich abdecken.

Erste Tests

Ein Testversuch mit einem Text-Messaging Service ist in Phoenix im Sommer geplant. Offiziell könnte dieses Service im kommenden Frühjahr in Arizona, New Mexico, Texas und Oklahoma gestartet werden, Ende 2003 wäre es möglich, das gesamte Gebiet der Vereinigten Staaten abzudecken. Ein Service für Mobilfunkgeräte ist in Zukunft ebenfalls geplant.

Spacdatas Pläne sind nicht der erste Versuch Internetzugange "aus der Luft" anzubieten. Projekt SkyStation setzte in der Vergangenheit auf Heliumballons, Angel Technologies auf Spezialflugzeuge und Teledesic gar auf Satteliten. Trotz allem waren diesen Unternehmen bis dato allerdings keine großen Erfolgen möglich.(red)

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