Reichhold verteidigt "Austrobus"

24. Juni 2002, 13:34
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Streiks kein "probates Mittel" - Bahn- und Postbus bleiben vorerst eigenständig

Wien - Kein Verständnis für den nächsten Warnstreik beim österreichischen Postbus zeigte am Sonntag erneut Verkehrsminister Mathias Reichhold (F). "Streiks sind kein probates Mittel, um eine Reform zu verhindern", sagte Reichhold in der Fernseh-Pressestunde. Die Befürchtungen der Gewerkschaft über den Verlust von Arbeitsplätzen und die Einstellung unrentabler Linien wies Reichhold zurück.

Der Verkehrsminister verteidigte den Zusammenschluss von Bahn- und Postbus. Österreich sei "das einzige Land in der EU, dass sich den Luxus von zwei schwer defizitären Busunternehmen leistet". Durch die Zusammenführung ergäben sich Einsparungen von 37 Mill. Euro.

Unter einem neuen "Austrobus" - so will Reichhold die geplante österreichische Busgesellschaft im Eigentum der ÖBB nennen - sollten Bahn- und Postbus allerdings vorerst als eigenständige Unternehmen bestehen bleiben. Erst in Folge wolle er über eine Teilprivatisierung eines Drittels des Postbusses verhandeln. Die Verhandlungen seien auf ein Jahr angesetzt. "Rosinenpicken" werde es keines geben. Private müssten auch unrentable Linien samt Overheadkosten und Überkapazitäten im Werkstättenbereich übernehmen, so der Minister.

Zuletzt kursierte das Gerücht, dass FP-Verkehrssprecher Reinhard Firlinger Chef dieses neuen "Austrobusses" werden könnte. Reichhold schloss dies am Sonntag aber aus.(APA)

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