Psychologische Kriegsführung mit Fußballübertragungen

22. Juni 2002, 15:16
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Südkorea lässt bei Fußball-WM Lautsprecher über die Grenze nach Nordkorea schallen

Seoul - Südkorea setzt in der psychologischen Kriegsführung gegen den Nachbarn Nordkorea jetzt auch auf die Übertragung von Fußballspielen. Seit Jahren wird die 240 Kilometer lange und vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone von beiden Ländern dazu genutzt, um politische Propaganda über Lautsprecher in das andere Land zu verbreiten. "Die Weltmeisterschaftsübertragung ist Teil unserer psychologische Kriegsführung", erklärte ein Armeesprecher. Bis jetzt habe man aber noch keine Reaktion der anderen Seite feststellen können.

Mit seinen sportlichen Erfolge bei der Fußballweltmeisterschaft will das WM-Gastland Südkorea, das bisher im Sport schlechter als Nordkorea abgeschnitten hat, den Norden beeindrucken. Jeder Sieg wird auf den großen Reklametafeln an der Grenze angezeigt. In Nordkorea wurden einige WM-Spiele verspätet ausgestrahlt, aber die Spiele, an denen Südkorea teilnahm, waren nicht dabei. Stattdessen versuchte man das Volk mit einer riesigen Millenniumsgala in Pjöngjang zu unterhalten, bei 100.000 Kinder und Soldaten akrobatische Kunststücke vorführten.

Die entmilitarisierte Zone, die das verarmte kommunistische Nordkorea von Südkorea trennt, wird von rund zwei Millionen Soldaten bewacht. (APA/AP)

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    Südkoreanische Grenzsoldaten auf Patrouille

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