GÖD-Chef Neugebauer sieht parteipolitische Motivation

20. Juni 2002, 11:46
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Aber Streikdrohung in Richtung Parteikollege Strasser - ÖGB-Präsident Verzetnitsch zeigt Verständnis

Wien - Wenige Stunden vor Beginn der Protestdemonstration der SP-Exekutivgewerkschafter hat der Vorsitzende der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD), Fritz Neugebauer, nochmals seine Skepsis zu dem Protest betont. Seiner Ansicht nach artikuliert sich die FSG mit dieser Kundgebung "parteipolitisch". Die Demonstration stünde im Zusammenhang mit den Vorgängen letzte Woche im Parlament, spielte Neugebauer im Interview mit dem "Ö1-Morgenjournal" auf den von SPÖ und Grünen unterstützten Misstrauensantrag gegen Innenminister Ernst Strasser (V) an.

Grundsätzlich hielt der VP-Gewerkschafter jedoch fest, dass der öffentliche Dienst bei den Einsparungen das Ende der Fahnenstange erreicht habe. Weitere Schritte in diese Richtung könne man nicht akzeptieren. Allenfalls wäre der GÖD-Chef auch zu Kampfmaßnahmen bereit. Wie diese ausfallen könnte, verriet Neugebauer in alter Gewerkschafts-Tradition nicht.

Der Protestmarsch der FSG-Gewerkschafter beginnt heute Nachmittag (14.00) in Wien-Brigittenau und soll zum Innenministerium führen. Erwartet werden rund 200 Mitarbeiter. Der Protest richtet sich gegen die Sparpolitik von Innenminister Strasser und war letztlich durch jüngste Personalentscheidungen wie die Abberufung von Gendarmerie-Chef Oskar Strohmeyer ausgelöst worden.

ÖGB-Präsident Verzetnitsch zeigt Verständnis

Verständnis für den für Donnerstag Nachmittag geplanten Protestmarsch der Exekutive hat Donnerstag Vormittag ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch bekundet."Die Anliegen, die von den Exekutivbeamten vorgebracht werden, sind alle gerechtfertigt. Und das über alle Parteigrenzen hinweg", erklärte Verzetnitsch am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Es handle sich damit keineswegs um eine parteipolitische Aktion. Bei dem Protestmarsch in Wien werden etwa 1.500 Teinehmer erwartet. (APA)

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