Kanaltunnel als gefährlicher Fluchtweg

19. Juni 2002, 20:02
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Vom französischen Flüchtlingslager Sangatte aus versuchen täglich Hunderte Flüchtlinge nach England zu gelangen

Zwischen Frankreich und Großbritannien herrschen Spannungen wegen des Flüchtlingslagers Sangatte in der Nähe des Eurostartunnels. Jede Nacht versuchen Hunderte Menschen, von Sangatte aus durch den Bahntunnel unter dem Ärmelkanal oft unter Lebensgefahr nach England zu gelangen. Im überbelegten Rotkreuz-Lager kommt es oft zu Ausschreitungen. Der neue französische Innenminister Nicolas Sarkozy will das Flüchtlingslager bei Calais daher schließen. Sangatte dürfe keine rechtsfreie Zone sein, in der die Not leidenden Menschen ihrem Elend überlassen würden, wird der konservative Politiker in Le Monde zitiert. Das Problem könne nur durch eine europaweite Harmonisierung der Asyl- und Einwanderungsgesetzgebung gelöst werden. Laut Sarkozy wollten die Flüchtlinge nach England, weil es dort keine Identitätskontrollen gebe und Asylsuchende eine Arbeitserlaubnis erhielten. Nach Angaben des französischen Innenministers kommen 40 Prozent der Menschen in Sangatte aus Afghanistan. Es sei falsch, ihnen nach dem Sturz des Taliban-Regimes noch den Status politischer Flüchtlinge zuzuerkennen. (ina)

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