Ertrinken: Häufigste Unfallart mit Todesfolge bei Kleinkindern

14. Juni 2002, 14:03
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30 Zentimeter Wassertiefe können bereits fatal sein

Wien - Ertrinken ist die häufigste Unfallart mit Todesfolge bei Kleinkindern. So ertranken im Jahr 2000 zwölf Kinder unter 15 Jahren, neun davon waren unter fünf Jahre alt.

"Einmal untergetaucht, sind Kleinkinder infolge ihres schweren Kopfes und der noch ungeübten Muskulatur auch bei geringer Tiefe nicht mehr in der Lage, ihren Kopf eigenständig aus dem Wasser zu ziehen. Sie gehen hilflos unter. Meist passieren derart tragische Unfälle bei Stürzen in Biotope oder beim Baden, wenn die Kleinen auch nur wenige Minuten unbeaufsichtigt sind", sagte Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben".

Zwei Drittel der Ertrinkungsopfer sind Männer

Auch erwachsene Männer gehören zur Risikogruppe, so die Organisation. Rund zwei Drittel der Ertrinkungsopfer sind männlich. Vielfach ist Selbstüberschätzung die Ursache. So werden häufig Ermüdungserscheinungen, Krämpfe oder Kreislaufprobleme einfach ignoriert. Ist keine Hilfe in der Nähe kann diese Sorglosigkeit ein Todesurteil bedeuten.

30 Zentimeter Wassertiefe können für ein Kleinkind bereits fatal sein

Eine der wichtigsten Maßnahmen, um vor allem Kleinkinder vor den Gefahren offenen Wassers zu schützen, ist die richtige Absicherung, betonte "Sicher Leben". Ein Kleinkind kann schon bei einer Wassertiefe von nur 30 Zentimeter - das ist ungefähr Knietiefe - ertrinken. "Damit die Kleinen gar nicht erst auf die Idee kommen können, ins glitzernde Nass zu tapsen, gehören Schwimmbäder und Biotope hinter einen ausreichend hohen Zaun. Beim Biotop besteht durch die vielen Pflanzen und Tiere eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass Kinder beim Schauen das Gleichgewicht verlieren und hineinfallen", warnte Kisser.

Schwimmflügel sind kein ausreichender Schutz

Kleinkinder dürfen in der Nähe von Gewässern nie unbeaufsichtigt gelassen werden, erklärte das Institut. Es genügen schon wenige Minuten Ablenkung der Aufsichtsperson und jede Hilfe kann zu spät sein. Schwimmreifen seien zudem kein ausreichender Schutz. Nur TÜV-geprüfte Oberarm-Schwimmflügel seien zu empfehlen. Diese müssen über Sicherheitsventile und mehrere getrennt voneinander aufblasbare Kammern verfügen.(APA)

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