Noch ein Ausschluss für Heinrich Gross

13. Juni 2002, 20:24
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Spät, aber doch verliert der Arzt Heinrich Gross auch seine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten: Er wurde am Donnerstag von dort ausgeschlossen. Die SPÖ hat den Arzt, der während der NS-Zeit am Spiegelgrund für Euthanasie verantwortlich gewesen sein soll, bereits im Jahr 1981 ausgeschlossen, der Bund Sozialdemokratischer Akademiker schließlich im Jahr 1988. Warum sich die Gewerkschaft erst jetzt zum Ausschluss von Gross durchgerungen hat, dafür wird unter der Hand als Grund kolportiert, dass Gross alles andere als ein aktives Mitglied der Gewerkschaft gewesen sei und seine Mitgliedschaft daher nicht wirklich ins Bewusstsein der Gewerkschaftsgremien vorgedrungen sei.

Der Bund Soziademokratischer Akademiker lässt indes aufarbeiten, warum der Ausschluss von Gross erst im Jahr 1988 und warum überhaupt die Aufnahme in den Bund erfolgt ist. Gross war unter anderem auch der Anlass für die Erklärung von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer zu den historischen "braunen Flecken" in der SPÖ im Jahr 2000 gewesen. (red)

(DER STANDARD, Printausgabe, 14.6.2002)
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