TA-HV - Kleinaktionäre wollen Dividende - Mobilkom-Kaufpreis zu hoch

12. Juni 2002, 13:51
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Sundt: Preis angemessen - TA-Chef sieht Kurspotenzial für TA-Aktie durch Erhöhung des Streubesitzes

Die Kleinaktionäre der Telekom Akustria (TA) zeigten sich am Mittwoch bei der Hauptversammlung (HV) des Unternehmens noch wenig zufrieden. Die TA sei noch lange "keine attraktive Publikumsgesellschaft", sagte Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger bei der Hauptversammlung. Die TA schreibe nach wie vor Verluste. Was nach wie vor fehle, sei vor allem die Dividendenfähigkeit des Unternehmens, betonte Rasinger. Der TA-Vorstand plant eine Dividende 2004 für das Jahr 2003.

Kritik an Mobilcom-Kaufpreis

Außerdem übte Rasinger auch Kritik an dem vergangene Woche erfolgten Rückkauf der Telecom Italia-Anteile an der Mobilkom Austria. Die TA habe mit 690 Mill. Euro zu viel bezahlt für den 25-Prozent-Anteil der Italiener. Gemessen an den abflachenden Ergebnissen sei der Preis nicht gerechtfertigt, meint Rasinger.

TA-Generaldirektor Heinz Sundt hingegen spricht von einem "angemessenen" Preis. Die TI habe beim Erwerb der Anteile seinerzeit 610 Mill. Euro bezahlt. Die Differenz zum nunmehrigen Rückkaufpreis entspreche der Wertsteigerung der Mobilkom, betonte Sundt.

Sundt "stolz" auf TA-Aktie

Was die TA-Aktie betrifft, zeigte sich Sundt am Mittwoch "stolz". Die TA habe einen Kurswechsel eingeleitet. Die TA-Aktie habe sich "dramatisch von den übrigen Telekomwerten abgehoben". Gegenüber den anderen europäischen Telekomwerten habe sich die TA im Durchschnitt um 50 Prozent besser entwickelt, betonte Sundt.

Vergangene Woche war jedoch auch die TA-Aktie heftig unter Druck geraten. Am Dienstag rutschte die Aktie auf ein Acht-Monatstief von 8,41 Euro. Den Grund dafür sieht Sundt in dem mit dem angekündigten Rückzug der Telcom Italia (TI) aus Österreich verbundenen möglichen zweiten Börsegang der TA.

Der Rest der Anteile kommt an die Börse

Konkret haben der TA-Haupteigner ÖIAG (47,8 Prozent) und die TI (29,8 Prozent), wie berichtet, am vergangenen Donnerstag vereinbart, dass die TI bis zu 15 Prozent des Grundkapitals der TA im Rahmen eines zweiten Börsegangs in der zweiten Jahreshälfte 2002 verkaufen kann. Die ÖIAG darf zur weiteren Privatisierung im nächsten Jahr weitere 5 Prozent an die Börse bringen, danach darf die TI den Rest ihrer Anteile über die Börse verkaufen.

Der Ausblick auf den zweiten Börsegang habe habe zu einer "technischen Kurskorrektur" geführt. Grundsätzlich könne die Erhöhung des Streubesitzes der Aktie aber zusätzliches Potenzial verleihen, meinte Sundt.

Am Mittwoch lag die TA-Aktie wieder leicht im Plus. Gegen 13:30 Uhr notierte das Papier bei 8,46 Euro, rund 0,59 Prozent über dem Schlusskurs des Vortages.(APA)

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