Khatami fordert EU zu Isolierung der USA wegen "Kriegshetze" auf

12. Juni 2002, 10:06
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Iranischer Präsident kritisiert vor belgischem Außenminister "Kreuzzugs"-Ideologie

Teheran - Der iranische Staatspräsident Mohammad Khatami hat die Europäische Union aufgefordert, die USA wegen ihrer "kriegshetzerischen Politik" zu isolieren. Europa sollte sich Kriegstreibern und jenen entgegen stellen, die unter dem Vorwand einer "Kampagne gegen den Terrorismus" die Welt in Richtung Krieg und Gewalt steuern wollten, wurde Khatami am Mittwoch vom Nachrichtensender "Khabar" zitiert. Demokratische Staaten würden von Kriegstreibern, die es sogar wagten, den Begriff "Kreuzzug" zu gebrauchen, wegen ihrer Religion bedroht, fügte Khatami hinzu.

Der iranische Präsident sprach aus Anlass des Besuches des belgischen Außenministers Louis Michel, der in Teheran den endgültigen Abschluss eines Handelsabkommens zwischen dem Iran und der EU vorbereiten will. Dem Nahost-Thema zugewandt, wiederholte Khatami die Haltung seines Landes, dass Frieden nur mit der Herstellung der Rechte der Palästinenser erreicht werden könne.

Mehrere iranische Reformpolitiker hatten vor Konfrontationen mit den USA gewarnt, die einen möglichen militärischen Angriff provozieren könnten. Die Situation sei angesichts amerikanischer Drohungen und der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten "äußerst heikel", warnte die Reform-Partei IRMO in einer Erklärung, die von der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA verbreitet wurde. Fehlende Sachkenntnis, falsche Einschätzungen oder eine unklare Strategie könnten verheerende Folgen haben. (APA/dpa)

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