Energie auf 2003

10. Juni 2002, 19:06
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Neuer Fachgruppenchef Himmer sieht wenig Hoffnung für 2002

2002 ist als Werbejahr abzuschreiben, sagt Michael Himmer im Gespräch mit dem STANDARD: Die "Werbepause" aber auch 2003 weiterlaufen zu lassen, hält er für gefährlich. Himmer ist neuer Vorsitzender der Wiener Fachgruppe Werbung, der langjährige Amtsinhaber Fritz Karmasin wird heute, Dienstag, offiziell verabschiedet.

Mit einem Aufschwung im dritten Quartel rechnet Himmer (Bárci & Partner/Young & Rubicam) nicht mehr. Jüngste Umfragen des Fachverbands Werbung und von Focus Media Research sahen einen Hoffnungsschimmer unter den Agenturen, an den er nicht recht glauben mag.

Das dritte Quartal 2002 hält er aus einem ganz anderen Grund für entscheidend: "In dieser Zeit beginnt die Planung der werbetreibenden Wirtschaft für 2003." Da müsse "in den Köpfen und in den Strategiepräsentationen" Bewusstein darüber herrschen, dass ein weiteres Jahr mit mageren Werbeausgaben an die Substanz der Marken gehe. "Beispiele dafür lassen sich aus jedem Marketinglehrbuch ablesen", warnt Himmer: "2003 muss wieder in die Marken investiert werden." Eigenmarken der Handelsunternehmen gewännen sonst weiter an Boden, Markenartikel drohten aus dem Angebot der Supermärkte gestrichen zu werden.

Adieu Werbetagung

Der neue Fachgruppenchef bestätigt weiters im STANDARD-Gespräch, dass im kommenden Jahr definitiv die letzte Werbewirtschaftliche Tagung stattfinde. Seine Einschätzung dieser Veranstaltung des Fachverbandes Werbung in der Wirtschaftskammer: "Sie ist nicht mehr zeitgemäß."

"Noch im Juni" soll sich Himmers künftiger Hauptberuf klären. Wie berichtet erklärte er zuletzt, er verlasse die Geschäftsführung von Bárci & Partner/Young & Rubicam Nun denkt er über ein neues Angebot dieser Agentur nach. (fid/DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 11.6.2002)

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