Greenpeace will Patent auf die Currywurst

10. Juni 2002, 19:08
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"Wenn die Biopatentrechtlinie der EU vom Bundestag beschlossen wird, müsste unser Patent durchgehen ..."

Berlin/Wien - "Ein neues biotechnologisches Verfahren zur Herstellung einer richtig leckeren Currywurst" hat Greenpeace Deutschland am Montag bei der Berliner Außenstelle des Europäischen Patentamts zur Patentierung eingereicht: "Wenn die Biopatentrechtlinie der EU vom Bundestag beschlossen wird, müsste unser Patent durchgehen", erklärt Greenpeace-Patentexperte Christoph Then dem STANDARD, "aber wir wollen natürlich beides nicht."

Greenpeace hat mit seinem Currywurst-Antrag vielmehr eine Persiflage auf viele Patente im Biobereich erstellt, die erteilt wurden, obwohl sie das zentrale Kriterium - eine Erfindung muss es sein, keine Entdeckung - nicht erfüllen. So erhielt etwa die Firma DuPont ein Patent auf Mais mit erhöhtem Ölgehalt, wie er seit Jahrhunderten in Mexiko angebaut wird. Nur haben die mexikanischen Bauern ihn technisch nie beschrieben.

Das verbindet sie mit den deutschen Currywurstbratern, die bald Lizenzgebühren an Greenpeace zahlen müssen könnten, weil im Antrag erstmals die Zubereitung exakt beschrieben und zudem eine Anwendung der Currywurst entdeckt worden ist: "Ihre medizinische Verwendung, zum Beispiel die Bekämpfung depressiver Zustände." (jl/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. 6. 2002)

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