Mit einer Dschunke von Hongkong nach Greifswald

9. Juni 2002, 16:32
posten

Deutsche Weltenbummler wollen die Marco-Polo-Tour segeln

Saalfeld - Die beiden deutschen Abenteurer Axel Brümmer und Peter Glöckner aus Saalfeld wollen mit einer Dschunke von Hongkong nach Greifswald segeln. Dabei wandeln sie bereits zum zweiten Mal auf den Spuren von Marco Polo (1254-1324). Erst im vergangenen Jahr waren die beiden Thüringer mit dem Fahrrad von Saalfeld nach Peking geradelt.

Während der 14.000 Kilometer langen Reise entlang der Seidenstraße durch 18 Länder folgten sie der Route des venezianischen Kaufmanns. Mit der Dschunke soll nun die zweite und letzte Etappe der Marco-Polo-Tour in Angriff genommen werden.

"Wir haben nach einjähriger Suche in mehreren asiatischen Ländern jetzt in Indien endlich eine Hochseedschunke gefunden, mit der wir im nächsten Jahr von Hongkong über Venedig nach Greifswald segeln wollen", sagte Brümmer. "Zuvor müssen wir das halb verrottete Schiff aber mit Hilfe vieler Freunde reparieren."

Zur Finanzierung würden noch Sponsoren gesucht. Zwei Jahre wird die Fahrt mit dem 22 Meter langen Dreimaster über die Weltenmeere bis zum Ostseehafen Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern dauern.

Die Fahrt soll zunächst von Hongkong über Vietnam, Borneo, Singapur und Indonesien in den Iran führen. "Vom iranischen Hormuz aus wird ein Teil der Mannschaft mit dem Fahrrad bis nach Istanbul radeln, um von dort die Reise mit der Dschunke fortzusetzen", erklärte Brümmer. Weiter gehe es nach Venedig, durch das Mittelmeer, an der französischen Küste entlang nach London und dann nach Greifswald.

Im "Reich der Mitte" hatten die Weltenbummler im Sommer 2001 eine Denkschrift an Politiker in Peking übergeben, in der sie ihre Sicht auf die politischen Verhältnisse in China darlegten. "Bei der Abreise in Hongkong im nächsten Jahr werden wir eine chinesische Botschaft mitnehmen, in der die Chinesen ihre Sichtweise auf uns beschreiben", sagte Brümmer. "Wir haben damals das gesagt, was uns in China stört. Aber wir sind auch bereit, die Meinung der Chinesen anzuhören. Wir kehren praktisch wie Marco Polo als Gesandte Chinas zurück." (APA)

Share if you care.